Das Zentrum Chirurgie der MHH

Was ist das Zentrum?

Das Zentrum Chirurgie wurde 1972 noch unter dem Namen „Department Chirurgie der MHH“ gegründet  und regelt heute die Verteilung und Erledigung der akademischen und Verwaltungsaufgaben sowie koordinierende Aufgaben in der Krankenversorgung innerhalb des Zentrums Chirurgie der MHH.

Gründungsmitglieder waren die damaligen Direktoren der vier chirurgischen Abteilungen der MHH  mit den Schwerpunkten Thorax- und Kardiovaskuläre Chirurgie, Spezielle Chirurgie und Transplantationswesen, Urologie, Unfallchirurgie sowie der Allgemeinchirurgischen Abteilung des Oststadt-Krankenhauses.

Seit der Gründung hat sich das Zentrum Chirurgie zu einer tragenden Säule der klinischen Medizin innerhalb der Medizinischen Hochschule Hannover entwickelt. Hier werden regionale und nationale Spitzenversorgung mit international sichtbarer klinisch-wissenschaftlicher Innovation verknüpft. Herausragendes Beispiel ist die Transplantationsmedizin, aus der heraus sich weitere wissenschaftliche Schwerpunkte der MHH wie Immunität und Infektiologie, regenerative Medizin und die Biomedizintechnik etabliert haben. In allen Bereichen haben MHH-Chirurgen exzellente und international anerkannte wissenschaftliche Beiträge und klinische Innovationen hervor gebracht. Seit Jahren ist die Bedeutung der chirurgischen Schule der MHH in Bezug auf die Karrieren ihrer Absolventen bekannt. Zahlreiche Lehrstühle im In- und Ausland wurden und werden von hannoverschen Chirurgen besetzt. Gleich 5 der letzten 15 Präsidenten der DGCH haben ihre Wurzeln in der MHH-Chirurgie. Die Innovationskraft der Chirurgie hat nicht nur 3 Forschungsgebäude und eine Reihe koordinierter großer Forschungsverbünde hervorgebracht, sie hat auch in der klinischen Versorgung zu immer neuen therapeutischen Verfahren geführt. Im Zuge dieser Erörterungen war die MHH-Chirurgie eng in den Prozess der Erstellung zweier Wissenschaftsratpapiere zur „Zukunft der universitären Medizin“ und dessen Empfehlung zur Bildung von Profilzentren sowie zu den „Strukturen und Aufgaben der universitären Medizin in der Versorgung“ eingebunden.

 

Leitbild der chirurgischen Schule MHH

  • Die Chirurgie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) ist ein Zentrum der klinischen Maximalversorgung. Wir behandeln deutschlandweit und über die Landesgrenzen hinaus die schwierigsten Patienten und verantworten eine optimale regionale Versorgung.
  • Wir sind verantwortlich für den gesamten Behandlungsverlauf unserer Patienten, von der Indikation zur Operation, über den Eingriff hinaus in der gesamten postoperativen Phase, einschließlich der chirurgischen Intensivmedizin, bis hin zur Rehabilitation und Sekundärprävention.
  • Wir sind erfolgreich durch die intensive Kooperation innerhalb aller Gruppen unserer Mitarbeiter und durch Zusammenarbeit mit unseren Partnerkliniken und Einrichtungen der MHH.
  • Wir stehen für Exzellenz in der Aus-, Fort- und Weiterbildung sowie der Förderung von Karrieren, nicht nur für Chirurginnen und Chirurgen, sondern für alle Berufsgruppen.
  • Wir befördern den medizinisch-chirurgischen Fortschritt durch unsere Wissenschaft. Diese Wissenschaft dient dem Wohl der Patienten. Durch Integration von Grundlagenforschung und klinischer Studien werden neue Erkenntnisse zur Prävention, zur Diagnostik und zur Behandlung von Krankheiten verantwortungsvoll in die klinische Anwendung überführt.
  • Der Wert unserer Arbeit misst sich am Gewinn von Gesundheit unserer Kranken. Wir arbeiten sparsam mit unseren Ressourcen, eine Gewinnoptimierung zu Lasten von Patienten widerspricht den Prinzipien unserer chirurgischen Schule.

Geschichte

Mit der Berufung von Hans Georg Borst zum Lehrstuhlinhaber für Chirurgie an die MHH im Jahre 1968 kam ein exponierter Schüler der Zenker-Schule nach Hannover. Bereits zwei Jahre darauf wurde sein Oberarzt Rudolf Pichlmayr als Allgemein- und Viszeralchirurg berufen, nochmals ein Jahr später, Harald Tscherne als Ordinarius für die Unfallchirurgie. Im weiteren Verlauf ergänzte sich dieses Triumvirat aus zunächst chirurgischem Nachwuchs, später chirurgischen Spitzenkräften und durch die Integration der Urologie, der Orthopädie und der Kinderchirurgie in das Zentrum Chirurgie. Somit war bereits mit der Erstberufung für die Chirurgie der MHH ein Meilenstein für eine innovative Führungsstrategie durch Teilung von Verantwortung gelegt.

Bereits in den 1970er Jahren erlangte das Zentrum Chirurgie nicht nur regionale sondern auch nationale Anerkennung. Die Reformidee der Teilung der Chirurgie in Lehrstühle für eigenständige Einheiten mit akademisch-klinischer Verantwortung für organbezogene Erkrankungen setzte sich an vielen anderen Universitäten durch. Dies war auch dadurch begründet, dass kraftvolle akademische Persönlichkeiten auf diese Lehrstühle berufen wurden, die umgehend Akzente im Bereich der Leberchirurgie, der Aortenchirurgie, der Organtransplantation, aber auch der Unfallchirurgie und Plastischen Wiederherstellungschirurgie setzten. So erschien Hannover sehr bald als angesehenes chirurgisches Zentrum auf der internationalen Landkarte.

Die so entstandene Schule steht heute – entsprechend ihrem Leitbild - für eine ganzheitliche Behandlung von Patienten, einschließlich der Indikationsstellung zum Eingriff, dessen Durchführung und die gesamte postoperative Versorgung einschließlich der Intensivtherapie. Dieses ganzheitliche Konzept der chirurgischen Versorgung war das Fundament für die hervorragende Ergebnisse in den einzelnen Kliniken, lieferte aber auch grundlegende wissenschaftliche Erkenntnisse, beispielsweise in der

Trauma- oder der Transplantationsforschung. Neuartige chirurgische Techniken, wie zum Beispiel die extrakorporale Membranoxygenierung, setzten sich von der perioperativen kardiopulmonalen Entlastung über den Eingriff hinweg als Bridge to Recovery in der Intensivbehandlung fort. Solche Innovationen, in Hannover inauguriert, haben in der Behandlung des präterminalen und terminalen Organversagens weltweit „Schule“ gemacht und wurden auch in Nachbardisziplinen etabliert.


Das Zentrum Chirurgie heute

Das Zentrum Chirurgie besteht heute aus acht Kliniken,

die jeweils eine chirurgische Disziplin vertreten, die auch als

eigenständige Fachgesellschaft in der Dachgesellschaft,

der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie, repräsentiert.

Diese Differenzierung entspricht im Wesentlichen der Strukturierung

chirurgischer Disziplinen im westlichen Ausland. In der jüngeren

Vergangenheit wurden innerhalb einiger Kliniken des Zentrums Chirurgie

Profilbereiche implementiert, die den Anforderungen an die zunehmende

Spezialisierung in der Medizin Rechnung tragen. Der administrative Zusammenhalt

ist ressourcenschonend und fördert die Zusammenarbeit zwischen den

einzelnen Profilbereichen. Aus Sicht des Zentrums Chirurgie ist eine Weiterentwicklung eines solchen kompetenzbasierten Bereichsleitersystems der optimale Weg in eine zukunftsorientierte akademisch geleitete Chirurgie.


Vorsitzende

  • Seit 13.05.2020 Univ. Prof. Dr. med. Peter M. Vogt, Direktor der Klinik für Plastische, Ästhetische Hand- und Wiederherstellungschirurgie
  • 04/2008 bis 05/2020 Univ. Prof. Dr. med. Axel Haverich, Direktor der Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie
  • 1997 - 03/2008 Univ. Prof. Dr. Udo Jonas, Direktor der Klinik für Urologie und Urulogische Onkologie
  • 1993 - 08/1997 Univ. Prof. Dr. Rudolph Pichlmayr, Direktor der Klinik für Abdominal- und Transplantationschirurgie
  • 01.04.1968 - 1993 Univ. Prof. Dr. Hans-Georg Borst, Direktor der Klinik für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie