3D-Heart-2B

LEBAO / MHH gewinnt Innovationswettbewerb "Organersatz aus dem Labor" / Röhrenförmige Herzprothese aus iPS-Zellen

Die LEBAO / Medizinische Hochschule Hannover (MHH) ist Sieger im bundesweiten Innovationswettbewerb „Organersatz aus dem Labor“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Das Projekt „3D-Heart-2B“ der MHH erhält für drei Jahre eine Bundesförderung in Höhe von 3 Millionen Euro.

In dem von Professorin Dr. Ina Gruh koordinierten Forschungsvorhaben „3D-Heart-2B“ wollen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der MHH-Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie (HTTG) und den Leibniz Forschungslaboratorien für Biotechnologie und künstliche Organe (LEBAO) ein biologisches Herzunterstützungssystem entwickeln. Mit Hilfe von induzierten pluripotenten Stammzellen (iPS-Zellen) aus genetisch umprogrammierten humanen Gewebezellen können Herzmuskelzellen hergestellt werden. Diese sollen nun den Grundbaustein für eine röhrenförmige Herzprothese bilden. Der Organersatz könnte als Einkammer-Herz-Implantat Patienten mit angeborenen Herzfehlern helfen, denen erblich bedingt eine Herzkammer fehlt.

Ein gesundes Herz verfügt über zwei Kammern, die durch die Herzscheidewand voneinander getrennt sind. Die linke Herzkammer pumpt sauerstoffreiches Blut in die Körperschlagader, die rechte Herzkammer sauerstoffarmes Blut in die Lunge. Ist von Geburt an nur eine Herzkammer vorhanden, versorgt diese sowohl die Körper- als auch die Lungenschlagader. „Diese Patienten haben Mischblut im Herzen und müssen im Kindesalter mehrfach operiert werden, damit die Kreisläufe getrennt sind“, sagt HTTG-Klinikdirektor Professor Dr. Axel Haverich. Das unvollständige Herz hat jedoch weiterhin eine verminderte Pumpleistung. Die aus Fibrin, Herzmuskelzellen und Herzklappen hergestellte biologische Herzprothese soll diese verminderte Pumpleistung ausgleichen.