INSPIREfutureHealth: Im Kampf um den Titel „Exzellenzuniversität“ setzt MHH auf ganzheitliches Modell der zukünftigen Universitätsmedizin.
Stehen gemeinsam hinter der Zukunftsstrategie INSPIREfutureHealth (von links): Vizepräsident Professor Frank Lammert, Hochschulratsvorsitzender Dr. Josef Lange, Wissenschaftsminister Falko Mohrs, Vizepräsidentin Martina Saurin, MHH-Präsidentin Professorin Denise Hilfiker-Kleiner und Ministerpräsident Olaf Lies. Copyright: Karin Kaiser/MHH
Mit dem Ziel, den Titel „Exzellenzuniversität“ (ExU) zu erhalten, hat die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) vorige Woche ihr Zukunftsprogramm INSPIREfutureHealth einem internationalen Gutachtergremium vorgestellt. Der ExU-Status wird im Rahmen der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder verliehen und ist mit einer Förderung von bis zu 15 Millionen Euro jährlich für die nächsten sieben Jahre verbunden. Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies und Wissenschaftsminister Falko Mohrs waren bei der Vor-Ort-Begehung dabei. „Niedersachsen steht verlässlich an der Seite der MHH“, so der Ministerpräsident. „Wir sehen in INSPIREfutureHealth eine große Chance – für die MHH, für den Wissenschaftsstandort Hannover und für eine moderne, resiliente und patientenorientierte Gesundheitsversorgung.“
„Die MHH ist für die niedersächsische Wissenschaft von herausragender strategischer Bedeutung. Sie verbindet Spitzenmedizin, exzellente Forschung und akademische Ausbildung in einer Weise, die in Deutschland besonders ist“, sagte Ministerpräsident Lies nach dem Ortsbesuch der 13 renommierten Gutachterinnen und Gutachter. „Exzellenz entsteht durch Menschen: durch Forschende, Ärztinnen und Ärzte, Studierende, Pflege- und Gesundheitsfachkräfte und alle, die gemeinsam für eine herausragende Gesundheitsversorgung und den medizinischen Fortschritt arbeiten.“
MHH als Modell der zukünftigen Universitätsmedizin
„Mit unserer Strategie INSPIREfutureHealth wollen wir das einzigartige Integrationsmodell der MHH – die enge Verknüpfung von Forschung, Lehre und Krankenversorgung – durch eine enge Verschränkung mit dem sogenannten P4-Konzept in ein inklusives und ganzheitliches Modell der zukünftigen Universitätsmedizin weiterentwickeln“, erläutert MHH-Präsidentin Prof. Dr. Hilfiker-Kleiner. „Die Strategie INSPIREfutureHealth basiert auf einem ganzheitlichen Verständnis der Medizin, das über Diagnose und Behandlung hinausgeht und darauf abzielt, den bestmöglichen Gesundheitszustand über alle Lebensphasen zu erhalten.“ Dabei werden die vier tragenden Prinzipien Prävention, Prädiktion, Präzision, Partizipation nicht nur auf Patientinnen und Patienten, sondern auf alle Bereiche der Universität – Studierende, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Mitarbeitende – angewendet.
Zentrale Elemente der MHH-Zukunftsstrategie sind harmonisierte Kohorten-Plattformen, künstliche Intelligenz (KI), neue präklinische Modelle sowie innovative Studiengänge und Karrieremodelle. „Ergänzend dazu entwickeln wir akademisch fundierte Strategien für Change Management und Kommunikation“, so die MHH-Präsidentin weiter. Eine große Stärke der MHH liegt in ihrem Netzwerk exzellenter akademischer und nicht-akademischer Partner. Dies soll durch den zukünftigen Klinikneubau und einen resilienten, nachhaltigen Hannover Health Science Campus weiter gestärkt werden.
Entscheidung fällt am 2. Oktober 2026
Die MHH leistet seit ihrer Gründung vor gut 60 Jahren Pionierarbeit für die Zukunft der Gesundheitsforschung. Die Hochschule hat sich als einzige reine Medizinuniversität Deutschlands im bundesweiten Spitzenforschungswettbewerb beworben. Zehn Exzellenzuniversitäten der Förderperiode 2027 bis 2033 stehen bereits fest. Von elf Universitäten, die künftig auch gerne „Exzellenzuni“ sein wollen, bekommen nur noch höchstens fünf weitere im Herbst den Titel. Am 2. Oktober 2026 gibt die Exzellenzkommission ihre Entscheidung bekannt.
Text: Inka Burow