Gesundheit

Neue Sprechstunde für Sportzahnmedizin

Vorsorge, Prävention, Leistungsoptimierung und Behandlung nach Unfällen

eine Gebiss-Schiene

Damit geht’s besser: eine Schiene zur Leistungsoptimierung. Copyright: Viola Pawlaczyk/MHH

Eine gute Nachricht für Sportlerinnen und Sportler: An der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) gibt es jetzt eine Sprechstunde speziell für Sportzahnmedizin. Das neue Angebot der Klinik für Zahnärztliche Prothetik und Biomedizinische Werkstoffkunde richtet sich sowohl an Profisportlerinnen und -sportler als auch an Menschen, die Sport als Hobby betreiben.

Leistungsmindernde Faktoren erkennen

„Sportzahnmedizin ist auf die speziellen zahnmedizinischen Bedürfnisse von Sportlerinnen und Sportlern ausgerichtet. Das Ziel ist es, durch eine optimierte Mundgesundheit für eine bessere sportliche Gesamtleistung zu sorgen“ erklärt Privatdozentin (PD) Dr. Nadine Freifrau von Maltzahn. Die Zahnärztin leitet die neue Sprechstunde gemeinsam mit ihrem Kollegen Dr. Severin Bünemann. Erkrankungen des Mundraums und der Zähne – beispielsweise Entzündungen, Zahnfehlstellungen oder muskuläre Dysbalancen – können den gesamten Körper belasten. Viele dieser Faktoren sind leistungsmindernd, werden manchmal aber gar nicht oder erst spät erkannt. Hier setzt das Versorgungsangebot von PD Dr. Freifrau von Maltzahn und ihrem Team an. Folgende Untersuchungen werden in der Sprechstunde für Sportzahnmedizin durchgeführt: Aufnahme des dentalen Status, Mundschleimhautbefund, Parodontales Screening und Funktionsbefund. Sollte es nötig sein, werden weiterführende Bildgebungsverfahren eingesetzt.

Schienen zum Schutz und zur besseren Performance

Die Fachleute diagnostizieren nicht nur mögliche Probleme im Mundraum, sie treffen auch die entsprechenden zahnmedizinischen Maßnahmen. Das können zum Beispiel Behandlungen bei Funktionsstörungen an den Kiefergelenken oder Entzündungen der Zähne oder des Zahnhalteapparates sein. Im präventiven Bereich liegt der Schwerpunkt auf der Herstellung eines individualisierten Sportzahnschutzes, der nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen, abhängig vom individuellen Risikoprofil, hergestellt wird. Besonders entscheidend ist dieser Sportzahnschutz für Kontaktsportarten wie Eishockey, Hockey, Boxen, Wasserball und Handball. Außerdem fertigt das Team auch leistungsoptimierende Schienen an. Diese Schienen gehen in ihrer Funktion über den reinen Schutz der Zähne hinaus. Sie entlasten die Kiefergelenke und die Kaumuskulatur, lösen Verspannungen und sorgen für einen besseren Schlaf. „Das kann unter anderem einen positiven Effekt auf das Stresslevel haben “, erläutert PD Dr. Freifrau von Maltzahn. „Die Ausschüttung von Stresshormonen wird reduziert, was wiederum zu besseren Leistungen führt.“ Nicht zuletzt sind Sportlerinnen und Sportler nach Sportunfällen richtig in der Sprechstunde. Das Team arbeitet eng mit anderen Disziplinen der MHH zusammen, Verletzungen im Mundraum werden dort nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen versorgt.

Kooperation mit Olympiastützpunkt Niedersachsen

Die Klinik für Zahnärztliche Prothetik und Biomedizinische Werkstoffkunde (Leitung Prof. Dr. Meike Stiesch) arbeitet eng mit dem Olympiastützpunkt Niedersachsen (OSPN) zusammen und betreut im dortigen Sportmedizinischen Zentrum zahlreiche olympische und paralympische Athletinnen und Athleten. Durch die wissenschaftliche Kooperation mit dem OSPN gewinnt das Team der sportzahnmedizinischen Sprechstunde ständig neue Erkenntnisse und kann diese gezielt in die Weiterentwicklung von Therapien einfließen lassen.

Terminvergabe/Kontakt zur Sprechstunde für Sportzahnmedizin: Telefon +49 511 532-4773, Sportzahnmedizin@mh-hannover.de, zahnaerztliche-prothetik@mh-hannover.de

Text: Tina Götting