Hannoversches Screening der Studienmotivation (HSM)
Das Hannoversche Screening der Studienmotivation (HSM) ergänzt an der MHH seit vielen Jahren die Lehrveranstaltungsevaluationen sowie das jährliche Screening der Studienbedingungen (HSC), um Verbesserungspotentiale im Studium und in der Studierendenauswahl zu identifizieren und so eine kontinuierliche Weiterentwicklung zu gewährleisten.
Neben Studienmotivation selbst erfasst der HSM Faktoren, die ein erfolgreiches Studium begünstigen oder erschweren können: dazu gehören neben biographischen Informationen wie Berufsausbildung, Schulzeit und Studienfortschritt (z.B. Promotionsvorhaben) auch Berufswünsche, Persönlichkeitsmerkmale oder wissenschaftliche Kompetenzen.
Seit 2021 wird der HSM als Panel durchgeführt. Das heißt, die Teilnehmenden werden während ihrer Zeit an der MHH wiederholt zu denselben Aspekten.
Die Umstellung des HSM erfolgte insbesondere aus der Motivation, die gewonnenen Informationen für Analysen zu Studierendenauswahl und Studienerfolg nutzbar zu machen und um Dimensionen, die über den reinen Prüfungserfolg hinausgehen, zu erweitern. Das Panel erlaubt es, sowohl Unterschiede zwischen verschiedenen Gruppen zu erfassen als auch den Einfluss des Studienfortschritts auf Personen zu untersuchen.
Weitere Informationen zum HSM sind hier zusammengefasst:
Derzeit richtet sich der HSM an alle Studierenden der Humanmedizin an der MHH, die jeweils im November online einen Link zur Umfrage erhalten. Bei der ersten Teilnahme wird ein sogenannter Basis-Fragebogen ausgefüllt, bei weiteren Teilnahmen ein kürzerer Folge-Fragebogen.
Die Teilnahme am HSM ist zu jedem Zeitpunkt freiwillig.
Das Format des HSM erlaubt es, Angaben aus der Befragung mit Daten zu Studienfortschritt und der Studierendenstatistik zu verknüpfen. Dies geschieht ausschließlich zu Forschungszwecken und zur Qualitätssicherung im Studium.
Die Verknüpfung findet nur mit aktiver Einwilligung der Teilnehmenden statt, die direkt auf dem Fragebogen erteilt werden kann. Die Einwilligung wird mit jeder Befragung erneut eingeholt und kann jederzeit und ohne Angabe von Gründen widerrufen werden. Erfolgt keine Einwilligung, werden die Angaben nicht über summative Berichte hinaus verwertet.
Für die Erhebung, Verarbeitung und Nutzung der Daten aus dem HSM liegt ein genehmigtes Datenschutzkonzept vor. Es gelten folgende Erklärungen und Hinweise:
https://www.mhh.de/studiendekanat/evaluation-und-kapazitaet/einwilligungserklaerung
Studierende und Lehrende der MHH können summative Berichte der einzelnen Befragungen in ILIAS einsehen:
https://elearning.mh-hannover.de/goto.php?target=cat_102691&client_id=elearning
Stefanos A. Tsikas & Volkhard Fischer. BMC Medical Education (2026); 26: 1367.
Dieses Paper stellt das Hannover Screening of Study Motivation (HSM) und die Ziele der Befragung umfassend vor.
Für die Studie wurden aus dem HSM primär neun Items zu den Gründen der Studienwahl genutzt, die sich in die drei Dimensionen extrinsische, autonome und prosoziale Motivation unterteilen lassen und somit eine theoretische Fundierung in der „Self-determination-theory“ und der „Goal theory“ haben. Zudem flossen soziodemografische Daten, Noten des ersten Staatsexamens (M1) und Berufswünsche in die Analyse ein.
Die Längsschnittanalyse von fünf Erhebungswellen (1218 Teilnehmende) zeigt eine hohe zeitliche Stabilität der Konstrukte. Während die autonome Motivation weitgehend konstant bleibt, sinkt die prosoziale Motivation im Studienverlauf leicht, während extrinsische Faktoren (z. B. die Bedeutung hoher Einkommen) moderat ansteigen. Zusammenhänge mit frühen akademischen Leistungen zeigten sich kaum. Das HSM erweist sich damit als wertvolles Instrument zur Qualitätssicherung und Erforschung der beruflichen Identitätsbildung.
____________________________________________________________________________
Student background, admission routes, and academic success: a structural mediation analysis
Stefanos A. Tsikas & Martin Kieca. BMC Medical Education (2026); 26: 578.
Dieses Paper nutzt Daten des Hannover Screening of Study Motivation (HSM), um den Einfluss des sozialen Hintergrunds auf den Studienerfolg zu untersuchen. Direkt aus dem HSM stammen hierfür die Variablen zur vorherigen Berufsausbildung sowie zur Herkunft und zum Bildungsstand der Eltern. Das Paper demonstriert die Verknüpfung dieser HSM-Befragungsdaten mit administrativen Datensätzen wie der Abiturnote, der Zulassungsquote und Studienerfolg (M1-Ergebnis) von 644 Studierenden.
Die strukturelle Mediationsanalyse (SEM) zeigt, dass kognitive Vorleistungen (Abitur) den Studienerfolg im Medizinstudium am stärksten vorhersagen. Soziodemografische Merkmale haben keinen direkten Einfluss auf die Prüfungsleistung; ihre Wirkung wird vollständig über frühere schulische Bildungswege mediiert. Zulassungswege, die primär auf nicht-kognitiven Kriterien basieren, gehen zudem unabhängig davon mit moderat schwächeren Examensnoten einher.
Für Rückfragen oder Auskünfte zum HSM steht Ihnen Dr. Stefanos Tsikas (Tsikas.Stefanos@mh-hannover) aus dem Studiendekanat – Bereich Evaluation & Kapazität gerne zur Verfügung.