Tag der Allgemeinmedizin 2026
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,
wir laden Sie herzlich zu unserem „Tag der Allgemeinmedizin“ (TdA) am Samstag, den 22.08.2026, in die MHH ein.
Sind Sie Hausärztin/Hausarzt, Ärztin/Arzt in Weiterbildung, Medizinische/r Fachangestellte/r oder einfach interessiert an der Allgemeinmedizin? Unser Programm bietet für jeden etwas: Vorträge, Workshops und "ein Markt der Möglichkeiten" praxisnah, wissenschaftlich fundiert und frei von Industriesponsoring. Besonders am Herzen liegt uns der interdisziplinäre Austausch über die Fächergrenzen hinweg, konsequent ausgerichtet auf die Relevanz der Allgemeinmedizin. In den Workshops haben Sie viel Raum für Diskussionen, und auch die Pausengespräche bieten optimale Gelegenheiten zur Vernetzung.
Wir freuen uns auf einen spannenden Tag mit Ihnen!
Das Programm im Überblick: Flyer
Anmeldung: https://eveeno.com/359696684
Beschreibungen der Workshops
Zielgruppe: Ärztinnen und Ärzte (11:15 bis 12:45 Uhr)
Zunächst werden die Definition integrative Medizin/Onkologie, Möglichkeiten/therap. Ansätze nach Symptomen, Auszüge aus den Leitlinien im Vortrag vorgestellt.
Anschließend steht die Bearbeitung von Fallbeispielen und Therapieansätze anhand klinischer Beispiele in Kleingruppen und anschließend im Plenum und die offene Diskussion unter Einbezug Ihrer Erfahrungen im Mittelpunkt.
Nach der Coronapandemie hat als postinfektiöse Erkrankung das chronische Fatiguesyndrom deutlich zugenommen. Aufgrund fehlender Biomarker ist die Diagnostik schwierig und bisher gibt es wenig Evidenz für mögliche Therapieansätze.
In diesem Workshop wollen wir die Behandlung dieser Patient*innen in der hausärztlichen Praxis in den Focus rücken und anhand des aktuellen Praxisleitfadens ME/CFS der Charité Behandlungspfade entwickeln.
Bringen sie gerne Patient*innenfälle aus Ihrer Praxis mit.
Der Workshop gibt eine Einführung in die aktuelle Rechtslage und Begrifflichkeiten zum ärztlich begleiteten Sterben, stellt die aktuelle Praxis zu Suizidassistenz in Deutschland vor und vermittelt Empfehlungen zum Umgang mit Anfragen nach Suizidassistenz in der hausärztlichen Praxis. Mithilfe interaktiver Gruppenmethoden wird anschließend die eigene Haltung zum Thema reflektiert und ein Raum für den Erfahrungsaustausch mit anderen Workshopteilnehmenden eröffnet.
Zunehmende Hitzeperioden sind ein gesundheitliches Risiko vor allem für ältere, multimorbide Patienten im Heim und Hausarztpraxis. Im Workshop geht es anhand von Fallbeispielen aus der Praxis um die Möglichkeiten der Anpassung der Medikation an Hitzewellen. Welche Medikation ist besonders kritisch, was sind Sick-Day-Rules? Das praktische Vorgehen wird gemeinsam erarbeitet.
Zielgruppe: Ärztinnen und Ärzte (13:45 bis 15:15 Uhr)
Die STIKO-Empfehlungen bilden die wissenschaftliche Basis unserer Impfberatung, aber für eine rechtskonforme Aufklärung ist die Darstellung des Impfkalenders allein unzureichend. § 630 e BGB, der Aufklärungsparagraph in der Medizin, verpflichtet uns zu Dringlichkeit, Nutzen, Risiko und Alternativen aufzuklären. Und wie schaffe ich das auch noch in der vollen Sprechstunde? Wichtig ist zunächst die wichtigsten Fakten für häufige Impfungen parat zu haben, auch um gängige Mythen widerlegen zu können. Um zeiteffektiv mit unseren Patientys zu einer klugen gemeinsamen Entscheidung gelangen zu können, erarbeiten wir anhand der Fakten zu gängigen Impfungen kurze und prägnante Formulierungen für das Aufklärungsgespräch.
STI's und Sexuelle Gesundheit in der hausärztlichen Praxis sind immer noch für viele ein schwieriges Themenfeld. Es wird eine Übersicht über die gängigen STI's geben inkl. Präventionsmöglichkeiten wie Impfungen, PrEP etc.
Die moderne Diabetologie entwickelt sich durch innovative Technologien und neue Medikamentenklassen rasant weiter. Digitale Gesundheitsanwendungen (DIGAs) finden zunehmend Einzug in die ambulante Versorgung. Im kollegialen Austausch wollen wir anhand von konkreten Fallbeispielen aus meinem diabetologischen Alltag uns darüber verständigen, wie ein differenzierter Einsatz sinnvoll möglich ist.
Im hausärztlichen Alltag gehören Gelenkbeschwerden zu den häufigsten Beratungsanlässen. Doch oft fehlt im dichten Takt des Praxisalltags die Zeit für ausgiebige orthopädische Testbatterien. Dieser Kurs bricht die Diagnostik von Knie und Schulter auf das Wesentliche herunter: zielgerichtet, zeitsparend und evidenzbasiert.
Sie lernen, wie Sie mit wenigen, aber hochspezifischen Handgriffen die Weichen richtig stellen – ohne teure Apparatediagnostik im ersten Schritt.
Das Ziel: Nach diesem Kurs entscheiden Sie in unter 5 Minuten sicher, ob Ihr Patient ein MRT, eine Überweisung zur Orthopädie oder schlicht ein Rezept für Krankengymnastik und eine lokale Schmerztherapie benötigt.
Hands on ! Durch gegenseitiges untersuchen sollen die Handgriffe verstanden und gefestigt werden, ein quasi Kochrezept wird mitgegeben.
Zielgruppe: Praxisteam (11:15 bis 12:45 Uhr)
Digitalisierung ist längst Realität in jeder hausärztlichen Praxis – und die nächsten technischen Neuerungen durch KI stehen schon bereit. Neue Systeme, neue Anforderungen, wachsende gesetzliche Vorgaben wie das GeDIG – all das muss im laufenden Praxisbetrieb umgesetzt werden.
Wer jetzt die richtigen Entscheidungen trifft, kann seine Praxis effizienter aufstellen – und Digitalisierung als das nutzen, was sie sein kann: ein echtes Entlastungsinstrument im hausärztlichen Alltag.
Digitalisierung allein macht noch keine bessere Praxis - manchmal werden Abläufe sogar schlechter. Das liegt selten an der Technologie selbst, sondern an den Strukturen dahinter.
Die eigentliche Frage ist deshalb: Wie führt man Tools so ein, dass das Team mitzieht und Patienten den Wandel als Qualität erleben? Und nach welchen Kriterien entscheidet man, was die eigene Praxis wirklich braucht – und was nicht?
Genau darum geht es in diesem Workshop. Interaktiv, praxisnah, mit Blick für das Wesentliche.
Einsamkeit im Alter ist ein wachsendes Thema – auch im Praxisalltag.
Doch wie können Patient*innen konkret unterstützt werden?
Social Prescribing bietet hier einen vielversprechenden Ansatz: International bereits etabliert, gewinnt der Ansatz auch in Deutschland zunehmend an Bedeutung. In Hannover ist mit dem Projekt „Gesundheit und Gemeinschaft auf Rezept“ ein erster Schritt gemacht. Diese Fortbildung gibt Ihnen einen praxisnahen Einblick in das Thema Einsamkeit im Alter, stellt den Ansatz des Social Prescribing vor und zeigt, welche Angebote und Strukturen vor Ort bereits bestehen.
Gleichzeitig geht es um Ihre Rolle: Wie können Ärzt*innen und Praxis-Teams Patient*innen gut begleiten und das Projekt unterstützen?Im Austauschformat – u. a. im World-Café – sind Ihre Erfahrungen und Perspektiven gefragt. Praxisnah, interaktiv und mit konkreten Anknüpfungspunkten für Ihren Arbeits-Alltag.
Qualitätsmanagement (QM) und Fehlermanagement klingen auf dem Papier oft nach grauer Theorie und bürokratischem Mehraufwand. Doch in der Realität einer Hausarztpraxis gilt: Sicherheit ist kein Einzelkampf, sondern echte Teamarbeit! Wenn Ärztinnen/Ärzte und Medizinische Fachangestellte nahtlos Hand in Hand arbeiten, werden Fehlerquellen minimiert, bevor sie den Praxisalltag belasten.
Dieses Seminar bricht das starre QM-Konstrukt auf und zeigt Ihnen, wie Sie Fehlermanagement lebendig, wertschätzend und effizient in Ihren Praxisalltag integrieren – ohne erhobenen Zeigefinger, dafür mit viel Teamgeist.
Lehre und Ausbildung in der Praxis hat sowohl für Auszubildende zur MFA als auch für Medizinstudierende im Fachgebiet Allgemeinmedizin einen hohen Stellenwert. Im direkten Kontakt mit Patient*innen und Ausbildenden lernen die Auszubildenden und Studierenden oft sehr intensiv und gewinnbringend.
Voraussetzung dafür ist die Gestaltung einer strukturiert-offenen, wertschätzenden Lernatmosphäre, die Nutzung geeigneter Situationen und Methoden und regelmäßige Rückmeldung zur gezeigten Leistung.
In unserem Workshop stellen wir daher klassische "Teachable Moments" vor, erarbeiten mit Ihnen gemeinsam verschiedene Methoden (One-Minute-Preceptor, Fallbasiertes Lernen, Peyton-4-Step-Methode) für die Gestaltung von Lehr-/Lernsituationen und üben die Durchführung anhand konkreter Beispiele.
Zudem möchten wir gemeinsam mit Ihnen überlegen, wie häufigen Problemen beim Feedbackgeben und -nehmen begegnet werden kann.
Neben Vortrag und Kleingruppenarbeit steht der Austausch zu Ihren Erfahrungen im Mittelpunkt dieses Workshops.
Zielgruppe Praxisteam (13:45 bis 15:15 Uhr)
Anhand einer Fallvorstellung mit Beschreibung der möglichen Symptome wird in diesem Workshop gemeinsam und interaktiv die mögliche Therapie (medikamentös und psychosozial) erarbeiten und besprochen.
Gut zusammenarbeiten - das klingt selbstverständlich. Und doch bleibt im vollen Alltag oft keine Zeit dafür. "Es soll halt einfach laufen." Aber das tut es nicht immer - und so manches Problem wird lieber vertagt, als angefasst.
Gleichzeitig werden die Anforderungen nicht kleiner: Teams wachsen, Prozesse werden komplexer, Organisationsstrukturen wandeln sich - und das alles in einem System, dem noch große Veränderungen bevorstehen. Genau deshalb lohnt es sich, jetzt in gute Zusammenarbeit zu investieren. Wer Aufgaben sinnvoll verteilt, Verantwortung klar regelt und Vertrauen aufbaut, ist nicht nur im Alltag handlungsfähiger - sondern auch für die Zukunft gut aufgestellt.
In diesem Workshop schauen wir gemeinsam, was wirklich gefragt ist - jenseits von Teambuilding-Phrasen. Wie gelingt Delegation? Wie entsteht Vertrauen? Wie schafft man Strukturen und Prozesse, die im Alltag für Klarheit sorgen? Mit Fallbeispielen aus dem Alltag in der Hausarztpraxis, kurzen Inputs und Raum, die eigene Situation mitzudenken.
Forschung aus der Praxis für die Praxis – lernen Sie die Möglichkeiten einer Mitarbeit im Forschungspraxennetz kennen.
Wie können hausärztliche Praxen dazu beitragen, die Versorgung von Patientinnen und Patienten aktiv weiterzuentwickeln? Welche Erfahrungen machen Praxisteams, die sich an Forschungsprojekten beteiligen?
Dieser Workshop bietet einen Einblick in die Mitarbeit von hausärztlichen Praxen im Forschungspraxennetz Nord (FoPraNet-Nord). Nach einer kurzen Vorstellung des Netzwerks zeigen wir anhand des Projekts SCOPE-D zur hausärztlichen Behandlung von Menschen mit Depression durch ein digitales Selbsthilfeangebot, wie Forschungsprojekte in der Praxis umgesetzt werden und welche Aufgaben Praxisteams dabei übernehmen. Darüber hinaus lernen Sie weitere aktuelle Forschungsprojekte zu den Themen Vorhofflimmern (Target AF) und chronische Nierenerkrankungen (CARE) kennen. Sie erhalten einen Eindruck davon, wie Forschungsvorhaben entstehen, welchen Beitrag hausärztliche Praxen leisten können und welche Vorteile die Mitarbeit in einem Forschungspraxennetz bietet.
Im Mittelpunkt steht der Austausch: Nutzen Sie die Gelegenheit, Fragen zu stellen, Erfahrungen zu diskutieren und sich mit Kolleginnen und Kollegen über die Möglichkeiten einer Beteiligung an praxisnaher Versorgungsforschung zu informieren.
Der Workshop richtet sich an das gesamte Praxisteam und eignet sich besonders für Praxen, die erste Erfahrungen als Forschungspraxis sammeln möchten.
Chronische Wunden sind Alltag in unseren Praxen. Oft ist ihre Behandlung aufwändig und sie stellen eine logistische und personelle Herausforderung dar. In diesem Workshop wollen wir Unsicherheiten im Umgang mit Wundbehandlung angehen und strukturierte, gut funktionierende Behandlungskonzepte erarbeiten. Welche Diagnostik und ursachenorientierte Therapie ist sinnvoll? Mit welchen Wundmaterialien kann ich effektiv und stadienangepasst arbeiten? Wie verteile ich die Aufgaben des Wundmanagements im Praxisteam?
Zielgruppe: Studierende (11:15 bis 12:45 Uhr)
Das Medizinstudium stellt vielschichtige Anforderungen an Studierende: der schier endlose Umfang an theoretischen und praktischen Lerninhalten, konstanter Leistungsdruck, die Auseinandersetzung mit der eigenen Haltung sowie konkrete Begegnungen mit Themen wie Krankheit und Tod.
In diesem Seminar setzen wir uns konkret mit Lernstrategien sowie Strategien im Umgang mit äußeren und inneren Ansprüchen auseinander.
Und: Wer für andere sorgen möchte, muss zunächst für sich selber sorgen! Im zweiten Teil des Seminars reflektieren wir Belastungsfaktoren in Gesundheitsberufen und finden gemeinsam heraus, wie ihr schon im Studium lernen könnt, für euch selbst zu sorgen.
Zielgruppe: Studierende (13:45 bis 15:15 Uhr)
Was ist für Dich einen*eine gute*n Ärzt*in? Kannst du dir eine Ärztin mit Be_hinderung oder einer chronischen Erkrankung, einen unsicheren Arzt oder eine Ärzt*in, die Fehler macht, vorstellen?
Wie bestimmen Annahmen über Selbstbewusstsein, „Funktionieren“, Helfen und Unfehlbarkeit unsere eigene Vorstellung von uns als Ärzt*in?
Welche Hierarchien bzw. Machtgefälle begegnen uns weiterhin im ärztlichen Arbeiten und wie möchtest du zukünftig damit umgehen? Welche Werte sind dir in deiner Position als zukünftige Ärzt*in wichtig und wie kannst du für sie einstehen?
Über diese und weiteren Fragen möchten wir uns in diesem interaktiven Seminar mit euch austauschen und euch in eurer individuellen Rollen- und Haltungsfindung bestärken.