LoCatE

Versorgung am Lebensende bei räumlicher Distanz

Hintergrund

Von den ca. 4,7 Millionen Menschen in Deutschland, die für einen Verwandten sorgen, leben viele in räumlicher Distanz zu diesem Angehörigen. Die Fürsorge für eine räumlich entfernt lebende unheilbar erkrankte oder sterbende Person ist mit spezifischen Herausforderungen und Belastungen verbunden. Für den deutschen Kontext besteht eine Forschungslücke in Bezug auf die spezifischen Erfahrungen und Bedürfnisse von Angehörigen, die für einen räumlich entfernten Menschen am Lebensende sorgen.

Das Logo des Projekts LoCatE zur Versorgung am Lebensende bei räumlicher Distanz besteht aus zwei Standortsymbole in blau und violett, die auf drei Kreisen in rot, grün und orange stehen.
Copyright: Hanna Röwer/Institut für Allgemeinmedizin und Palliativmedizin/MHH

Ziele

Die Studie richtet sich explizit an fürsorgende Angehörige, da diese bei der Unterstützung der ihnen Nahestehenden oftmals ihre eigenen Bedürfnisse zurückstellen. Übergeordnetes Ziel ist, die Besonderheiten der Fürsorge am Lebensende bei räumlicher Distanz in Deutschland zu erfassen und dabei aufzuzeigen, wie die Entfernung die Fürsorge am Lebensende beeinflusst. Bedürfnisse der fürsorgenden Angehörigen sollen identifiziert werden. Kernfragen sind:

  1. Wie erleben Angehörige ihre Fürsorge für einen räumlich entfernten Verwandten am Lebensende?
  2. Welche spezifischen (Unterstützungs-)Bedürfnisse haben diese Angehörigen und welche Unterstützung wünschen sie sich für sich selbst und für ihren schwer erkrankten Verwandten?

Die Studie wird (i) die Besonderheiten der Fürsorge bei räumlicher Distanz am Lebensende beschreiben und (ii) Empfehlungen für Unterstützungsmaßnahmen für fürsorgende Angehörige geben.


Methoden

Die explorative qualitative Studie wird von einer induktiven Logik geleitet und stützt sich auf einmalige, halbstrukturierte Interviews. Der qualitative Ansatz ist geeignet, das wenig erforschte Phänomen der Fürsorge bei räumlicher Distanz am Lebendende zu untersuchen. Um die Vielfalt von Fürsorgeerfahrungen zu erfassen, erfolgt die Gewinnung von Studienteilnehmenden diversitätsorientiert. Zudem werden Angehörige von Patient*innen mit lebensbegrenzenden Erkrankungen sowohl in frühen als auch späten Stadien ihrer Erkrankung eingeschlossen. Die Studie ist in fünf Phasen untergliedert:

  1. Vorbereitung und Pretest,
  2. Datenerhebung und Primäranalyse,
  3. Datenanalyse und Interpretation,
  4. Advisory Board Workshop und
  5. Schlussfolgerungen und Empfehlungen.

 

Copyright: Hanna Roewer/Institut für Allgemeinmedizin und Palliativmedizin/MHH

Für eine einmalige ca. 30-60-minütige Befragung im Rahmen des Projektes LoCatE suchen wir ab sofort Teilnehmende.

  • Sie sind Angehörige/r einer hospizlich und/oder palliativ versorgten, in Deutschland lebenden erwachsenen Person?
  • Sie sorgen über eine räumliche Entfernung für diese Person und können aufgrund der Entfernung keinen täglichen persönlichen Kontakt haben?

Dann schreiben Sie einfach eine E-Mail an herbst.franziska@mh-hannover.de oder uelguet.rojda@mh-hannover.de oder rufen uns an unter 0511 532-4991 oder -4506.

Hinweis: Sollten Sie für einen Angehörigen in der Vergangenheit gesorgt haben (höchtens 12 Monate zurückliegende Fürsorgesituation) und die Fürsorgeerfahrung noch gut erinnern können, freuen wir uns ebenfalls, wenn Sie Ihre Erfahrungen mit uns teilen.

Kurzvideos, in denen Sie mehr zum Projekt erfahren, finden Sie hier:

Videos in weiteren Sprachen ergänzen wir fortlaufend.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Interessenbekundungskarte (pdf).

 


Gruppenfoto der Projektgruppe LoCatE; links Franziska Herbst und rechts Rojda Ülgüt
V.l.n.r: Franziska Herbst, Rojda Ülgüt; Copyright: Hanna Röwer/Institut für Allgemeinmedizin und Palliativmedizin/MHH

Relevanz der erwarteten Ergebnisse

Mit dem generierten Wissen wird die Gesellschaft über die Einbeziehung von und Unterstützung für Angehörige/n von räumlich entfernt lebenden Patient*innen am Lebensende informiert. Die Studie ist von zentraler Bedeutung, da immer mehr Familienmitglieder in räumlicher Trennung leben. Diese aktuelle Entwicklung dürfte sich in Zukunft verstärken, wird traditionelle Modelle der familiären Versorgung in Frage stellen und neue Versorgungsfragen aufwerfen, die aus sozial- und gesundheitspolitischer Sicht angegangen werden müssen.

 

Förderung

Das Forschungsprojekt wird durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (Projektnummer 449568227) mit einer Sachbeihilfe im Fachbereich Public Health, medizinische Versorgungsforschung und Sozialmedizin gefördert.


Facebook

Copyright: Facebook/Institut für Allgemeinmedizin und Palliativmedizin/MHH

Hier finden Sie aktuelle Informationen zum LoCatE-Projekt und wir teilen dort interessante Beiträge.

zur LoCatE Facebook-Seite

 

Publikationen

Herbst FA, Schneider N, Stiel S. Long-distance caregiving at the end of life: A protocol for an exploratory qualitative study in Germany. BMC Palliat Care. 2022; 21: 69 (BMC Pall Care)

Herbst FA, Schneider N, Stiel S. Zwischen zwei Welten. Versorgung von Angehörigen bei räumlicher Distanz. Angehörige pflegen 2022; 1: 20–21 (Angehörige pflegen)


Lageplan der MHH
Copyright: MHH

LoCatE – Kontakt:

PD Dr. Franziska Herbst (Projektleitung)

Rojda Ülgüt, M.Sc. (Wissenschaftliche Mitarbeiterin)

Nilab Kamandi (Studentische Hilfskraft)

 

LoCatE – Projektbüro:

Tel.: +49 511 532-4991

 

Anschrift:

Medizinische Hochschule Hannover

Institut für Allgemeinmedizin und Palliativmedizin

Carl-Neuberg-Straße 1

30625 Hannover