PrEP-GP
HIV-Prä-Expositions-Prophylaxe in hausärztlichen Praxen – Barrieren verstehen und Zugangswege fördern
Hintergrund
In Deutschland leben rund 97.700 Menschen mit dem Humanen Immundefizienz-Virus (HIV) (Stand: Ende 2024). Die HIV-Präexpositionsprophylaxe (PrEP) wird seit 2019 von der WHO als zusätzliche Präventionsmöglichkeit für Risikogruppen empfohlen und von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet. Dennoch wird die PrEP weit weniger genutzt als erwartet. Eine Lösung könnte in der stärkeren Einbindung von hausärztlichen Praxen liegen. Während sich bisherige Studien vor allem auf spezialisierte HIV-Zentren konzentrierten, rückt dieses Projekt die hausärztliche Versorgung in den Fokus.
Ziel
Ziel des Projekts ist es, praxisnahe Empfehlungen zur besseren Integration der PrEP in die hausärztliche Versorgung zu entwickeln. Am Beispiel Niedersachsens werden förderliche und hinderliche Faktoren aus Sicht von (potentiellen) Anwender:innen, Hausärzt:innen und Expert:innen untersucht.
Methoden
Die Studie folgt einem Mixed-Methods-Design mit qualitativer und quantitativer Datenerhebung. In einem ersten Schritt werden PrEP-Anwendende sowie Personen mit Interesse an einer PrEP-Anwendung mittels eines Online-Fragebogens zu ihren Erfahrungen und Bedarfen befragt. In einem zweiten Schritt werden zwei Fokusgruppen durchgeführt: eine mit Hausärzt:innen, die über einen PrEP-Befähigungsnachweis verfügen und Erfahrung in der Begleitung von PrEP-Anwendenden haben, sowie eine weitere mit Hausärzt:innen ohne Befähigungsnachweis und entsprechende Erfahrung. Abschließend wird ein Workshop mit Expert:innen durchgeführt, an dem Hausärzt:innen, Vertreter:innen der Deutschen Aidshilfe und des Landesverbands Sexuelle Gesundheit Niedersachsen sowie Berater:innen der Aidshilfen und CheckPoints in Niedersachsen teilnehmen. Im Workshop werden die Ergebnisse der Online-Befragung und der Fokusgruppen mit den teilnehmenden Expert:innen diskutiert, um konkrete Handlungsempfehlungen zur Optimierung der PrEP-Implementierung in der hausärztlichen Versorgung zu entwickeln.
Förderung
Gilead Sciences (Förderprogramm HIV/AIDS 2025)
Projektteam
PD Dr. Kambiz Afshar (Projektleitung)
Dipl.-Psych. Larissa Fey (Wissenschaftliche Mitarbeiterin)
Kooperationspartner*innen
- Deutsche Aidshilfe (https://www.aidshilfe.de/de)
- Landesverband Sexuelle Gesundheit Niedersachsen / Aidshilfe Niedersachsen Landesverband e.V. (AHN) (https://niedersachsen.aidshilfe.de/der-verband/)
- CheckPoint Hannover (Hannöversche AIDS-Hilfe e. V.) (https://hannover.aidshilfe.de/de/)
- Allgemeinmedizin am Kröpcke (https://www.allmak.de/)
Kontakt
E-Mail: Afshar.Kambiz@mh-hannover.de
Tel.: 0511 532-5855
E-Mail: Fey.Larissa@mh-hannover.de
Tel: 0511 532-4987
Anschrift:
Medizinische Hochschule Hannover
Institut für Allgemeinmedizin und Palliativmedizin
Carl-Neuberg-Straße 1
30625 Hannover