PD Dr. Michael Rothe, AG Leiter

 

 

Als Gruppenleiter am Institut für Experimentelle Hämatologie forscht PD Dr. Michael Rothe an der Zukunft der Gentherapie, mit einem zentralen Fokus auf Sicherheit, Transparenz und klinischer Relevanz. Seine Forschungsgruppe entwickelt innovative Methoden, um die Risiken genetisch veränderter Zellen zu minimieren und die Entwicklung neuer Therapien zu beschleunigen.

Ein zentrales Werkzeug ist der In Vitro Immortalization Assay (IVIM),  ein präklinischer Sicherheitstest, der bereits vor zwei Jahrzehnten am Institut entwickelt wurde. Der IVIM bewertet das Risiko, dass integrierende Gentherapievektoren das menschliche Genom stören und potenziell zu Tumorentstehung führen könnten. Heute gilt der Test als Goldstandard und wird weltweit von den Sicherheitsbehörden (EMA, FDA, TGA, Health Canada) akzeptiert. Er ist entscheidend für die Zulassung neuer retroviraler Vektoren und hat zahlreiche Gentherapien auf den Weg in die Klinik begleitet.

Auf der Basis des IVIM hat Dr. Rothes Team einen wichtigen Fortschritt erzielt, den Surrogate Assay for Genotoxicity Assessment (SAGA). Dieser molekulare Test ermöglicht eine schnellere, präzisere und hochsensible Detektion von Insertionsmutanten, ohne auf zeitaufwändige und artefaktanfällige Mikroskopie angewiesen zu sein. Weiterentwicklungen wie SAGA-XL (Dr. Bastone) und SAGA-Q (Dr. Mansel) machen die Tests noch effizienter und sensitiver.

Ein wichtiger Schritt stellt die Übertragung der Assays auf menschliche Blutstammzellen dar. Mit einem neu entwickelten Expansionsprotokoll von Dr. Jenni Fleischauer arbeitet Dr. Rothes Team daran menschliche hämatopoetische Stammzellen für  die Sicherheitsprüfungen einzusetzen und die Entartung humaner Vorläuferzellen besser zu verstehen.

 

 

 

In enger Kooperation mit Biostatistiker Philipp John-Neek und Qualitätsmanagerin Dr. Uta Limper arbeitet Dr. Rothe mit akademischen und industriellen Partnern zusammen, um das Verhalten genmodifizierter Zellen in Patienten langfristig zu überwachen. Mit der INSPIIRED-Technologie kombinieren sie robotergestützte Probenbearbeitung, Sequenzierung und leistungsstarke Bioinformatik am HPC-Cluster der MHH. So entsteht eine umfassende Analyseplattform, welche die Integrationen von retroviralen Vektoren, aber auch von AAVs, in Einzelproben oder über längere Zeit verfolgt.

Neben der Sicherheitsforschung widmet sich Rothes Team auch der Kultivierung und Nutzung mesenchymaler Stromazellen (MSCs) aus Nabelschnurgewebe. Diese Zellen und ihre abgegebenen extrazellulären Vesikel (EVs) zeigen großes Potenzial, die Immunantwort zu modulieren. Dr. Luisa Weißköppel erforscht dabei nicht nur die Charakterisierung dieser Vesikel, sondern auch deren gezielte Beladung mit therapeutischen Molekülen, ein Ansatz, der neue Wege für zellbasierte Immuntherapien eröffnet.

Forschungsgebiete

  • Insertionsmutagenese
  • Stammzellexpansion
  • Integrationsanalyse
  • EVs

 

KONTAKT

PD Dr. Michael Rothe

Medizinische Hochschule Hannover

Institut für Experimentelle Hämatologie

OE 6960, Gebäude J11, Ebene 01, Raum 6540

Carl-Neuberg-Straße 1, 30625 Hannover, Deutschland

Tel.: +49-511-532-5137

rothe.michael@mh-hannover.de

Medizinische Hochschule Hannover : Genotoxicity and Stem Cell Clonality Assessment

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