Mein bewegtes Leben 2.0

Xenia, 18 Jahre alt, seit 11 Jahren lungentransplantiert

Copyright: Xenia Reischl-Benz

Hallo, mein Name ist Xenia, ich bin 18 Jahre alt und wurde im Alter von sieben Jahren lungentransplantiert. Ich lebe seit meiner Geburt mit der chronischen Stoffwechselkrankheit Mukoviszidose und bis auf kleinere Einschränkungen war dies bis zu Beginn meiner Schulzeit auch kein größeres Problem, weil für mich das mehrmalig tägliche Inhalieren und die Physiotherapie einfach dazu gehörten.

 

Plötzlich war ich auf eine dauerhafte Sauerstoffzufuhr angewiesen

In den ersten Monaten der ersten Klasse verschlechterte sich meine gesundheitliche Situation aber dramatisch und ich war plötzlich auf eine dauerhafte Sauerstoffzufuhr angewiesen. Bis es mir dann um Weihnachten herum so schlecht ging, dass ich endgültig eine Dauerpatientin in der Universitätsklinik meiner Heimatstadt Freiburg wurde. Diese vermittelte dann den Kontakt zur Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Sehr schnell war klar, dass es dringend notwendig war, mich auf die Warteliste für eine Spenderlunge zu setzen.

 

Mein Körper hat nur noch versucht, zu überleben, anstatt zu leben

Meinen siebten Geburtstag habe ich zwar selbst nicht mehr vollständig in Erinnerung, aber ich denke nicht, dass ich übertreibe, wenn ich sage, dass mein Körper zu dieser Zeit nur noch versucht hat zu überleben, anstatt zu leben. Fünf Monate später, im Juni 2010 bekam meine Mutter den schon sehnlichst erwarteten Anruf und am nächsten Tag empfing ich mein neues und vor allem gesundes Spenderorgan.

 

Radsport, Bergsteigen und Surfen sind meine größte Leidenschaft!

Insgesamt war das erste Jahr nach meiner Transplantation kein Zuckerschlecken, aber so schlecht wie zuvor ging es mir nie mehr! Und ich mache was daraus: Im ersten Winter, mit meiner neuen Lunge, lernte ich das Snowboarden und mit 16 Jahren beendete ich meine Snowboard-Lehrerinnen Ausbildung. Darüber hinaus sind Radsport, Bergsteigen und Surfen meine größte Leidenschaft.

Vor zwei Jahren bestieg ich meine ersten beiden Viertausender, das Allalinhorn (4027m) und das Bishorn (4153 m). Im Sommer 2021 startete ich ein Projekt, bei dem ich von Flensburg mit Fahrrad und Zelt bis nach Garmisch-Partenkirchen radelte, um dann Deutschlands höchsten Berg, die Zugspitze, zu besteigen.

 

Man sollte schauen, was man alles daraus machen kann!

Mein Leben, wie ich es jetzt lebe, wäre ohne Hilfe und Unterstützung meiner Eltern, meiner drei Brüder, dem Pflegepersonal, und meinen behandelten Ärzten und Ärztinnen niemals möglich gewesen.
Ein neues Organ zu bekommen, ist keine Selbstverständlichkeit, sondern ein großes, unbeschreibliches Geschenk. Wenn man diese Chance bekommt, sollte man seinen ganz persönlichen Weg gehen und schauen, was man alles daraus machen kann.