Digitale Transformation in der Medizin (DigiStrucMed)

 

Das Else Kröner-Promotionskolleg „Digitalisierung in der Medizin“ ist ein strukturiertes Doktorandenprogramm, das in Kooperation zwischen der Medizinischen Hochschule Hannover und dem Peter L. Reichertz Institut (PLRI) der TU Braunschweig, dem Forschungsinstitut L3S der Leibniz Universität Hannover sowie der Hochschule Hannover durchgeführt wird.

Das Programm ermöglicht es Studierenden der Medizin (Promovierende) und der Informatik (Masterstudierende im Rahmen ihrer Abschlussarbeit), gemeinsam Forschungsarbeiten im Themengebiet „Digitale Transformation in der Medizin“ durchzuführen. Das Vorliegen oder der Erwerb von informatischen Kenntnissen im Rahmen des Programms ist hierbei nicht zwingend notwendig.

Es werden Projekte aus den folgenden Themenkomplexen angeboten:

  1. Werkzeuge und Technologien für Ärzte:
    • Arbeitsabläufe und Prozessoptimierung
    • Entscheidungsunterstützungssysteme
  2. Werkzeuge und Technologien für Patienten:
    • Allgemeine Unterstützung und Überwachung
  3. Analysetechnologien
    • Verfahren künstlicher Intelligenz (z.B. Machine Learning/Neuronale Netzwerke für Bildanalysen)
    • Big Data und Datenbanken (z.B. Data-Mining-Verfahren)
  4. Robotik und Assistenzsysteme

Die Projekte beinhalten jeweils als einzelne Teilprojekte die Entwicklung sowie Evaluation einer der oben genannten Technologien in Kooperation der beiden Studierenden. Neben einem Erst- und Co-Betreuer aus dem eigenen Fach erhalten die Kollegiaten jeweils einen weiteren Betreuer aus der jeweils anderen Disziplin zugeteilt, der die Studierenden bei Fragen und der Bearbeitung des Themas unterstützt.

 

Der erste Jahrgang von DigiStrucMed mit maximal 10 Medizinstudierenden wird am 1. Juli 2021 beginnen. Bewerbungen von Masterstudierenden ist jederzeit möglich.

 

Warum DigiStrucMed?

  • Ein strukturiertes Ausbildungsprogramm mit einem formalen Rahmen für Projektbetreuung, wissenschaftliche Weiterbildung und interdisziplinäre Kommunikation.
  • Kontinuierliche und enge wissenschaftliche Betreuung mit 2 Betreuern aus der eigenen und einem Co-Betreuer aus der jeweils anderen Disziplin.
  • Medizinpromovierende (optional für Informatiker): 50 Stunden Lehrveranstaltungen in Form von Vorlesungen und Seminaren zu relevanten Themen (Hard und Soft Skills, z.B. gute wissenschaftliche Praxis, Datenschutz und Datensicherheit, Datenstrukturen, Deep Learning, statistischer Auswertung, Konzeption einer klinischen Studie, wissenschaftliches Schreiben und Präsentationstechniken)
  • Vernetzung der Studierenden und intensiver interdisziplinärer wissenschaftlicher Austausch und Feedback durch Einführungsveranstaltung und mehrere eigene  Projektpräsentationen
  • Monatliches Stipendium von 861 Euro (Medizinpromovierende) bzw. 450 Euro (Masteranden, aktuell 6 Stipendien verfügbar pro Jahr)
  • Bis 9.500 Euro Sachmittel als finanzielle Projektunterstützung
  • Möglichkeit zur Teilnahme an Kongressen und zum Besuch von Kooperationspartnern

 

Zeitlicher Rahmen (Medizinpromovierende):

Die Medizinstudierenden, die am DigiStrucMed Programm teilnehmen, unterbrechen ihr Medizinstudium für insgesamt ein Jahr: 10 Monate widmen sie sich der praktischen Arbeit im Projekt und zwei Monate dienen dazu, die Daten zu analysieren und schriftlich zusammenzufassen. Die Promovenden bleiben an der MHH als Studierende eingeschrieben und erhalten während der Forschungszeit ein Entgelt in Form des Stipendiums für insgesamt 12 Monate. Sie nehmen zwei Freisemester während der Förderperiode. Die Dissertation wird anschließend studienbegleitend abgeschlossen.

 

Zeitlicher Rahmen (Informatik)

Die Masterstudierenden, die am DigiStrucMed-Programm teilnehmen, können regulär dem Curriculum ihrer Hochschule folgen. Ein Beginn ist in Abhängigkeit der Projektanforderungen nach Rücksprache mit den jeweiligen Arbeitsgruppen zwischen 01. Juni und 31. Dezember 2021 möglich.

 

Wir freuen uns über Ihre Bewerbungen!

Um sich zu bewerben, reichen Sie die unten beschriebenen Unterlagen bitte vollständig bei der HBRS ein (Ansprechperson: Frau Dr. Susanne Kruse, OE 9117, Gebäude J4, Ebene 1; kruse.susanne@mh-hannover.de ). Falls Sie eine digitale Bewerbung schicken wollen, bitte nur ein pdf Dokument mit der Gesamtbewerbung!

Bewerbungsschluss ist der 01.03.2021.

 

Bei Fragen wenden Sie sich gerne an:

Leiter des Programms: Prof. Dr. Michael Heuser

Hämatologie, Hämostaseologie, Onkologie und Stammzelltransplantation, Medizinische Hochschule Hannover. Email: Heuser.Michael@mh-hannover.de

HBRS-Koordination und Bewerbung: Dr. Susanne Kruse, kruse.susanne@mh-hannover.de

  1. Voraussetzungen

Medizinpromovierende

Es können sich alle Studierenden der Medizin der Medizinischen Hochschule Hannover ab dem 3. Studienjahr mit Interesse an wissenschaftlichen Fragestellungen zur Digitalen Transformation bewerben.

 

Informatiker

Es können sich alle Studierenden eines Masterstudiengangs der Informatik, Bioinformatik, Medizinischen Informatik oder einem vergleichbaren Studienrichtung bewerben, die an der Medizinischen Hochschule Hannover, der Leibniz Universität Hannover, der TU Braunschweig und der Hochschule Hannover immatrikuliert sind und Interesse an medizinischen Themen haben. Die Zulassung zur Anfertigung der Masterarbeit muss vor Projektbeginn vorliegen.

  1. Einzureichende Unterlagen
  • Anschreiben
  • Motivationsschreiben (mindestens 1 Seite, Arial, 11, Zeilenabstand 1,5)
    • Was ist die intrinsische Motivation für die Dissertation?
    • Was sind die mittel- und langfristigen Ziele in Hinsicht auf die berufliche Ausbildung und den wissenschaftlichen Karriereweg?
    • Was sind persönlicher Bezug und Interesse zur digitalen Transformation in der Medizin?
  • Lebenslauf (max. 2 Seiten DIN A4)
    • Der Lebenslauf sollte folgende Abschnitte enthalten: Persönliche Daten, Ausbildung inkl. Abschlussnoten, für Mediziner: Famulaturen und Praktika, für Informatiker: Praktische Erfahrung, digitale Kompetenzen/Interessen
  • Anlagen
    • Abiturzeugnis (einfache Kopie)
    • Mediziner: Physikum oder Tabelle mit den benoteten Scheinen im Modellstudiengang, Tabelle benoteter Scheine im 1. etc. klinischen Jahr
    • Informatiker: Bachelorzeugnis (einfache Kopie), Leistungsnachweise des aktuellen Masterstudiums (Transcript of Records)
    • Unterstützungsschreiben potentieller Betreuer, falls bereits Kontakt mit einer Projektarbeitsgruppe aufgenommen wurde (optional). Es muss natürlich kein Projekt vorhanden sein, um sich bewerben zu können)
  1. Auswahlkriterien

Auswahlkriterien sind (in dieser Reihenfolge):

  • Überdurchschnittliche Studienleistung
  • Motivation
  • Medizinpromovierende: wissenschaftliches Interesse und Bezug zur Digitalisierung
  • Informatiker: Bezug zur Medizin

 

Auf Basis dieser Kriterien werden 15-20 Bewerber der Medizin sowie auch der Informatik durch die Programmkommission vorausgewählt und zu einer Projektbörse im April eingeladen. Parallel (bis Anfang März) werden aus den eingegangen Projektbewerbungen der Arbeitsgruppen 15-20 Projekte vorausgewählt, die auf der Projektbörse im April anhand von Kurzpräsentationen durch die jeweiligen Projektleiter_innen vorgestellt werden. Die Studierenden stellen sich selbst und ihre Interessen vor und geben ihre Projektwünsche für bis zu 5 Projekte in gewünschter Reihenfolge an. Ein Matching mit Auswahl auf Basis der Gutachten und Bewerbungen erfolgt anschließend durch die Programmkommission unter Mitsprache der Projektleiter_innen. Die Studierenden erhalten kurz nach der Projektbörse bzw. den Zuordnungsgesprächen Bescheide über eine Zulassung zum Programm und das Projekt.

 

 

DigiStrucMed-Projekte

Die Inhalte der angebotenen DigiStrucMed-Projekte lassen sich in vier Themenkomplexe hinsichtlich ihrer Anwendungsgebiete/Zielsetzungen einteilen: 1. Werkzeuge und Technologien für Ärzte, 2. Werkzeuge und Technologien für Patienten, 3. Analysetechnologien für Diagnostik und Behandlung und 4. Robotik und Assistenzsysteme.

Im ersten Bereich, Werkzeuge und Technologien für Ärzte, sollen Digitalisierungsprozesse in der Medizin, wie z.B. elektronische Anamnesetools, die Einführung der strukturierten Datenerfassung oder die digitale Kommunikation in Studien mit den analogen Prozessen verglichen oder neuartige Methoden entwickelt werden zur Auswertung gesundheitsrelevanter Daten. Außerdem sollen durch die Vernetzung bereits digitalisierter Daten und auf Basis geeigneter Algorithmen Entscheidungsunterstützungssysteme entwickelt bzw. evaluiert werden.

Projekte des zweiten Themenkomplexes beschäftigen sich mit der Entwicklung von Technologien, die die Patienten dabei fördern sollen, informierte Entscheidungen treffen zu können (informierter Patient) sowie in einem zweiten Schwerpunkt Technologien, die die Nachbeobachtung der Patienten vereinfachen und z. B. Heim-Monitoring ermöglichen sollen.

Im dritten Themenfeld werden Analysetechnologien für die Labor- und bildgebende Diagnostik, aber auch zur Prädiktion von Therapieeffektivität und -resistenz, zur Verlaufsbeurteilung und zur Prävention entwickelt und evaluiert. Diese können beispielsweise mit Verfahren künstlicher Intelligenz realisiert werden (z.B. Bildanalysen auf Basis Neuronaler Netzwerke) oder den Schwerpunkt auf Big Data, Datenbanken und Data-Mining legen.

Im vierten Themenfeld werden die Einsatzmöglichkeiten von Roboter- und Assistenzsystemen in Klinik und Pflege untersucht.