Beitrag zum Thema Female Genital Mutilation/Cutting = FGM/C

Zum Internationalen Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung (englisch Female Genital Mutilation/Cutting = FGM/C) wurde in der Sendung „Hallo Niedersachsen“ (NDR) am 6. Februar 2024  um19.30 Uhr ein Bericht ausgestrahlt, in dem FGM/C-Betroffene zu Wort kommen. Weiterhin wird in dem Bericht über die Arbeit von baobab – zusammensein e.V. gezeigt, wie niedrigschwellige Prävention erfolgreich umgesetzt wird und wie transkulturelle Herausforderungen in der Arbeit mit Betroffenen am Beispiel der Hebammen im Studium an der Medizinischen Hochschule Hannover gemeistert werden können. Den Beitrag können Sie hier abrufen.

Hebammenwesen in die repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen

Dezember 2023


Nach 4 Jahren Arbeit hat Ende März 2022 eine internationale Arbeitsgruppe von Hebammen und Mitarbeitenden der jeweiligen Regierungsbehörden oder UNESCO-Nationalkommissionen den Antrag für die Aufnahme des Hebammenwesens in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit abgeschlossen und eingereicht.
Zu unserer großen Freude wurde dieser Antrag angenommen!

 
Lesen Sie hier die Pressemitteilung der UNESCO auf Englisch. Und unter diesem Link finden Sie ein Video der UNESCO (20 Minuten lang) zum Hebammenwesen weltweit (Sie können deutsche Untertitel selbst in YouTube aktivieren).

Wir möchten Sie auch auf die Pressemitteilung der Deutschen Hebammen Verband e. V. (DHV) zur Aufnahme des Hebammenwesen als Immaterielles Kulturerbe der Menschheit aufmerksam machen: 

„Diese Anerkennung unseres Berufsstands erfüllt uns mit großem Glück und Ehrfurcht“, kommentiert Ulrike Geppert-Orthofer, DHV-Präsidentin, das Ereignis. „Es ist ein historischer Moment und ein starkes Signal, das von dieser Entscheidung der UNESCO ausgeht. Der Hebammenberuf gehört zu den ältesten Berufen der Welt. Seit gestern wissen alle Regierungen auf der Welt, dass sie den Hebammenberuf als kostbares Kulturgut zu schützen, seinen Ursprung zu erhalten und seine Weiterentwicklung zu fördern haben“, so Geppert-Orthofer. „Die Würdigung durch die UNESCO“, ergänzt die DHV-Präsidentin, „unterstreicht den herausragenden Stellenwert von Hebammen für Leben und Werden weltweit und wird alle Hebammen, die sich überall großen Herausforderungen gegenübergestellt sehen, in ihrem Tun bestärken.“

Überall auf der Welt stehen erfahrene Hebammen Gebärenden zur Seite. Sie verfügen über fundamentales medizinisches, anatomisches und geburtshilfliches Wissen, das seit Generationen von Hebamme zu Hebamme vermittelt wird. Hebammen gewährleisten durch die Kontinuität der Betreuung und die individuelle Unterstützung ein besseres Ergebnis während der natürlichen Prozesse von Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett. Dabei verbinden sie Intuition mit evidenzbasierter Forschung, empirischem und traditionellem Wissen.

Die Nominierung des Hebammenwesens auf der UNESCO-Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit geht auf eine gemeinsame Initiative der Länder Deutschland, Kolumbien, Zypern, Kirgisistan, Luxemburg, Nigeria, Slowenien und Togo zurück. In Deutschland unterstützten der DHV, der Verein Hebammen für Deutschland (HfD) und der Bund freiberuflicher Hebammen Deutschlands (BfHD) den Bewerbungsprozess. Die Pressemitteilung ist in ihrer Gesamtheit über diesen Link zu finden.

 

 

Wissenschaftsminister zu Gast im SkillsLab für werdende Hebammen

Woche der beruflichen Bildung: Falko Mohrs informierte sich in der MHH über den dualen Bachelorstudiengang Hebammenwissenschaft

Copyright: Karin Kaiser/MHH
Minister Falko Mohrs (li. sitzend) informiert sich hautnah im Skills Lab für werdende Hebammen. Copyright: Karin Kaiser/MHH

Stand: 13. März 2023

Falko Mohrs, der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur, hat heute zum Start der Woche zur beruflichen Bildung das neue Skills Lab für Hebammen an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) besucht. Der Minister informierte sich über den relativ neuen dualen Bachelorstudiengang Hebammenwissenschaft, den es seit dem Wintersemester 2021/22 an der Hochschule gibt. „Die Hebammenwissenschaft gehört akademisch in Deutschland noch immer zu den eher neueren Feldern und ist zugleich gesellschaftlich von besonderer Bedeutung – der Fachkräftebedarf ist erheblich. Ich freue mich umso mehr, dass wir als Land hier gemeinsam mit der MHH sehr zeitnah tätig geworden sind. Die MHH ist eine herausragende humanmedizinische Einrichtung und bietet auch den Bachelorstudiengang Hebammenwissenschaft in hervorragender Qualität an“, sagte der Minister vor Ort. Derzeit studieren 61 junge Frauen im Studiengang Hebammenwissenschaft an der MHH. MHH-Präsident Professor Dr. Michael Manns und Professorin Dr. Mechthild Groß, Leiterin des Studiengangs, begleiteten den Minister.

„Die MHH gehört zu den großen Ausbildungsstätten in Niedersachsen“, betonte Professor Manns. „Der Bachelorstudiengang Hebammenwissenschaft ist ein wichtiger Baustein in unserem Konzept zur Akademisierung der Gesundheitsberufe.“ Und Professorin Groß ergänzte: „Hebammen tragen am Beginn des Lebens eine sehr große Verantwortung für werdende Mütter und ihre Kinder. Deshalb ist es umso wichtiger, dass sie mit den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und hoher praktischer Erfahrung ausgebildet werden.“


Ein Übungslabor für Studierende

Seit Ende 2022 ist das SkillsLab für Studierende der Hebammenwissenschaft an der MHH geöffnet. Ein SkillsLab ist ein Übungslabor für Studierende. Geübt wird nicht am Menschen, sondern an Simulationsmodellen: Angehende Hebammen können dort unter Anleitung und in geschützter Lernatmosphäre die wichtigsten Handgriffe für ihren späteren Beruf erlernen. Seit diesem Wintersemester existiert das eigene SkillsLab für Hebammen, so wie es im Hebammengesetz von 2019 verpflichtend für das Hebammenstudium vorgeschrieben wurde. Damit stehen den Studierenden in den modernen Schulungsräumen für angehende Hebammen ein vollständig eingerichteter Kreißsaal, ein Raum für die Versorgung der Neugeborenen, Schwangeren und Müttern im Wochenbett sowie ein Multifunktionsraum zur Verfügung. Das neue SkillsLab ergänzt das Angebot für Studierende an der MHH. Bereits seit mehr als zehn Jahren besteht das SkillsLab Hannover für den Medizinstudiengang HannibaL.


Alte Poststelle verwandelt sich in moderne Schulungsräume für Studierende

Eingezogen sind die angehenden Hebammen in die Räume der ehemaligen Poststelle der Hochschule. Wo einst Briefe sortiert und Pakete für die Hochschule angenommen wurden, trainieren die Studierenden ab sofort regelmäßig die wichtigsten Handgriffe rund um die Geburt. In nur wenigen Monaten ist es gelungen, die alten Räume der Poststelle im Sockelgeschoss des Gebäudes K5 in moderne Schulungsräume für den relativ neuen Bachelors-Studiengang Hebammenwissenschaft zu verwandeln. Aus einem großen Raum sind drei flexibel nutzbare Räume entstanden. Der Multifunktionsraum kann schnell umgebaut werden, sogar die Möbel lassen sich auf Rollen durch die Räume bewegen und können so an die jeweilige Nutzung angepasst werden.


Bachelorstudiengang Hebammenwissenschaft an der MHH

Hebammenwissenschaft gibt es international seit mehr als 40 Jahren, an der MHH wurde bereits 2001 die entsprechende Arbeitsgruppe gegründet. Seit dem Wintersemester 2021/22 gibt es an der MHH den dualen Bachelorstudiengang. Das Studium dauert dreieinhalb Jahre. Die Zugangsvoraussetzung zur Hebammenausbildung ist eine zwölfjährige, allgemeine schulische Ausbildung. Die Studierenden erhalten ein wissenschaftliches Studium kombiniert mit einer berufspraktischen Ausbildung. Als Abschluss wird sowohl die Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung Hebamme als auch ein Bachelorabschluss erworben. Jedes der sieben Semester enthält ein Praxismodul, welches an einer der kooperierenden Praxisausbildungsstätten absolviert wird. Das sind neben der MHH-Frauenklinik, die Krankenhäuser Diakovere Henriettenstift und Friederikenstift, das Vinzenzkrankenhaus Hannover, die KRH-Kliniken in Gehrden, Großburgwedel und Neustadt, das Allgemeine Krankenhaus Celle, das Städtische Klinikum in Braunschweig, das Sana Klinikum Hameln-Pyrmont und das Helios Klinikum Hildesheim.

 


Pschyrembel Medaille für Professorin Dr. Mechthild Groß

MHH-Professorin der Hebammenwissenschaft wird für die Etablierung des Masterstudiengangs Hebammenwissenschaft ausgezeichnet

Copyright: Friedrich Stark
Prof. Dr. Mechthild Groß und Prof. Dr. Lars Hellmeyer bei der Preisverleihung in Berlin (Copyright: Friedrich Stark)

Stand: 24. Oktober 2022

Professorin Dr. Mechthild Groß aus der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), wurde am 21. Oktober 2022 mit der Pschyrembel-Medaille ausgezeichnet. Mit dieser Medaille würdigt das Vivantes Klinikum im Friedrichshain, Berlin, Klinikum für Gynäkologie und Geburtsmedizin, seit dem Jahr 2008 Medizinerinnen und Mediziner, die sich um die Weiterentwicklung der Geburtsmedizin verdient gemacht haben.

„Die Auserwählten haben sowohl in Forschung und Lehre herausragende Leistungen erbracht als auch parallel dazu die praktische Geburtshilfe klinisch gelebt und hervorragend beherrscht“, erläuterte Prof. Dr. Lars Hellmeyer, Chefarzt der Geburtsmedizin im Vivantes Klinikum, in seiner Laudatio. „Mit Mechthild Groß erhält zum ersten Mal eine nicht-ärztliche Kollegin diesen Preis, die als Krankenschwester, Hebamme, Psychologin, die erste promovierte, dann habilitierte Hebamme, all diese Punkte vereint. Diesen Spagat zu meistern, den ersten Masterstudiengang der Hebammenwissenschaft in Deutschland zu etablieren, parallel zu forschen und zu publizieren, machten Mechthild Groß seit Jahren zu einer der bekanntesten Hebammen Deutschlands.“

An der MHH sind aktuell 22 Hebammen für den Masterstudiengang eingeschrieben, 51 haben das Studium bereits erfolgreich abgeschlossen. Hinzu kommen 63 Studierende, die im Rahmen eines dualen Studiums sowohl die staatliche Prüfung zur Hebamme ablegen als auch einen Bachelorabschluss erwerben können.

„Mit der Medaille werden auch die Hebammen gewürdigt, die sich kontinuierlich bis zum Masterabschluss weiterbilden. Ein hebammenspezifisches Masterprogramm optimiert die Betreuung von Frauen und Kindern. Der Europäische Masterstudiengang Hebammenwissenschaft wird von Studierenden insbesondere aus Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden, Island, Österreich und der Schweiz besucht“, betonte Professorin Groß.

MHH steht für exzellente akademische Ausbildung

Die MHH hat sich von Anfang an aktiv an der Akademisierung der Gesundheitsberufe beteiligt. „Nach der Etablierung des Masterstudiengangs wurde an der MHH inzwischen auch der Bachelorstudiengang Hebammenwissenschaft eingerichtet. Somit ist die Akademisierung der Hebammenausbildung an der MHH vollzogen und ein wichtiger Schritt zur Akademisierung der Gesundheitsberufe begangen“, sagte MHH-Präsident Prof. Dr. Michael Manns.

Prof. Dr. Willibald Pschyrembel war ein ausgewiesener Kliniker, Hochschullehrer und Forscher und von 1945 bis 1961 Chefarzt der Frauenklinik im Friedrichhain. Bekannt ist sein Standardwerk der „praktischen Geburtshilfe“ und die Enzyklopädie als medizinisches Fachlexikon, das nicht nur Medizinerinnen und Mediziner täglich benutzen.

 

SERVICE:

Weitere Informationen erhalten Sie bei Prof. Dr. Mechthild Groß, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, gross.mechthild@mh-hannover.de, Telefon  (0511) 532-8441.

 


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Forschungs- und Lehreinheit Hebammenwissenschaft