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ROKAVI

Risikoprädiktion in der Onkologie: Entwicklung eines KI-Algorithmus, Versichertenpräferenzen und ethische Implikationen

 

Krebserkrankungen zählen weltweit zu den häufigsten Erkrankungen, und die Zahl der Betroffenen steigt kontinuierlich. Sie belasten sowohl die Betroffenen als auch das Gesundheitssystem stark. Durch gezielte Präventionsmaßnahmen und eine möglichst frühe Diagnose kann die Chance auf eine erfolgreiche Behandlung deutlich erhöht werden. In diesem Bereich bieten Modelle, die künstliche Intelligenz (KI) nutzen, ein hohes Potenzial, um Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und die Versorgung von Patientinnen und Patienten in Zukunft zu verbessern. Hier setzt das Projekt „Risikoprädiktion in der Onkologie: Entwicklung eines KI-Algorithmus, Versichertenpräferenzen und ethische Implikationen“ (ROKAVI) an.

 

Laufzeit: 03/2026 – 02/2029

 

Projektförderer

Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses


Die Ziele des Projektes sind:

  • die Entwicklung und Erprobung von Algorithmen für die Prädiktion bösartiger Neubildungen an einer Lokalisation
  • die Entwicklung eines ethischen Frameworks für die Nutzung von Algorithmen zur Risikoprädiktion in der Onkologie
  • die Erhebung von Präferenzen der Versicherten, ob und unter welchen Bedingungen sie Informationen zu ihrem Krebsrisiko erhalten wollen
  • die Bestimmung von Nutzen und Risiken des entwickelten Prädiktionsmodells aus Perspektive der Krankenkassen
  • die Ableitung von Handlungsempfehlungen für die Nutzung von Algorithmen zur Risikoprädiktion in der Onkologie

Auf Basis einer systematischen Literaturrecherche und eines Expertenworkshops werden Krebserkrankungen identifiziert, die Vorhersagemodelle besonders geeignet erscheinen. Anschließend werden entsprechende Modelle anhand von Krankenkassendaten entwickelt. Die Vorhersagegenauigkeit für das Erkrankungsrisiko einer ausgewählten Krebserkrankung wird explorativ mit einem parallel entwickelten statistischen Algorithmus verglichen.

Darüber hinaus werden die ethischen Implikationen analysiert, die sich aus dem Einsatz solcher Modelle im Versorgungsalltag ergeben. Die Präferenzen der Versicherten werden mittels eines Discrete-Choice-Experiments erhoben. Auch die Perspektive der gesetzlichen Krankenkassen wird durch eine gezielte Einbindung in das Projekt systematisch berücksichtigt. In einem abschließenden Workshop werden darauf aufbauend konkrete Handlungsempfehlungen für den zukünftigen Einsatz KI-basierter Prädiktionsmodelle entwickelt.


MHH-Team von links nach rechts: Dr. Kathrin Krüger, M.A. Viktoria Wiesner, Prof. Dr. Christian Krauth, M.Sc. Laura Böhme Copyright: Karin Kaiser/MHH
MHH-Team von links nach rechts: Dr. Kathrin Krüger, M.A. Viktoria Wiesner, Prof. Dr. Christian Krauth, M.Sc. Laura Böhme Copyright: Karin Kaiser/MHH

Wir erforschen

  • die erstmalige Nutzung von deutschen Krankenkassendaten zur Risikoprädiktion

  • die Risikokommuniktation von Krebserkrankungen an Versicherte

  • die Präferenzen von gesetzlich Krankenversicherten

  • die Nutzung von Algorithmen zur Risikoprädiktion in der Onkologie in Form eines ethischen Frameworks


Unsere Zielgruppe

  • alle gesetzlichen Krankenversicherten


Ansprechpersonen

Prof. Dr. Christian Krauth

Dr. Kathrin Krüger

M.Sc. Laura Böhme

M.A. Viktoria Wiesner