PERSPECTS – Nutzerperspektiven zur Einführung der elektronischen Patientenakte: eine Mixed-Methods Studie
Themenfeld 8: Begleitforschung zur Einführung der widerspruchsbasierten elektronischen Patientenakte
Kurzbeschreibung
Mit der Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) wurde ein wichtiger Schritt zur Digitalisierung des deutschen Gesundheitssystems getan. Mithilfe der ePA können Patientinnen und Patienten ihre medizinischen Daten sicher und zentral abrufen und verwalten. Dadurch wird eine bessere Kommunikation zwischen Patientinnen und Patienten sowie Gesundheitsfachkräften ermöglicht, die Datensicherheit verbessert und die medizinische Versorgung effizienter organisiert.
Obwohl in Gesellschaft, Politik und Wissenschaft große Einigkeit über die Vorteile der ePA besteht, bleiben Nutzung und Akzeptanz bislang weit hinter den Erwartungen zurück. Ziel des Projekts ist es daher herauszufinden, wo und bei welchen Anlässen die Menschen den persönlichen Nutzen der ePA erfahren, wie sich ihre Erfahrungen im Zeitverlauf verändern und welche Barrieren sie wahrnehmen.
Hierzu werden zunächst Nutzergruppen etabliert, in denen die unterschiedlichen Perspektiven von Nutzenden und Nicht-Nutzenden der ePA erfasst werden. Dabei sollen Aspekte berücksichtigt werden, die über das technische Verständnis und die digitalen Voraussetzungen hinausgehen. In den Nutzergruppen werden Bewertungskriterien festgelegt und Ergebnisse aus Interviews und schriftlichen Befragungen diskutiert. Dies erfolgt in Form von Workshops und Fokusgruppen. Sowohl die Einzelinterviews als auch die Befragungen werden zu einem späteren Zeitpunkt erneut durchgeführt, um Erkenntnisse über Veränderungen bei der Nutzung im Zeitverlauf zu erhalten. Die Ergebnisse sollen genutzt werden, um den Nutzenden zielgerichtete Informationen und Hilfestellungen zur Verfügung zu stellen. Zu diesem Zweck wird ein sogenannter ePA-Guide erstellt.
Das Projekt wird für dreieinhalb Jahre mit insgesamt ca. 1,67 Millionen Euro gefördert.
Die Ergebnisse können genutzt werden, um die Nutzbarkeit und Akzeptanz der ePA zu verbessern. Dies kann durch die Ableitung geeigneter Kommunikationsstrategien oder die Anpassung der ePA an die Bedürfnisse der Nutzenden erfolgen.
Sie haben Interesse, an der Studie teilzunehmen?
Dann melden Sie sich gerne bei Franciska Hermanns.
Tel.: 0511 - 532 54 21
Mobil: 0176 - 1532 54 21
E-Mail: PERSPECTS@mh-hannover.de
Konsortialführung
Dr. Gabriele Seidel
Medizinische Hochschule Hannover
Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung
Carl-Neuberg-Straße 1
30625 Hannover
+49 511 532-8456
Seidel.Gabriele@mh-hannover.de
Förderung
Das Projekt wird für 3,5 Jahre (01/2026 bis 06/2029) mit insgesamt ca. 1,6 Millionen Euro durch den Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss gefördert (Förderkennzeichen 01VSF25048).
Mitarbeitende
Dr. Gabriele Seidel
Antje Meyer
Leonard Oppermann
Franciska Hermanns
Konsortialpartner
Die Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen (ACHSE) e. V. ist der Dachverband der Selbsthilfeorganisationen für Menschen mit seltenen Erkrankungen in Deutschland. Als Netzwerk von mehr als 140 Patientenorganisationen und Stiftungen vertritt die ACHSE die Interessen von rund vier Millionen betroffenen Menschen und ihren Angehörigen. Sie vernetzt Betroffene, Selbsthilfegruppen, Fachkräfte aus Medizin und Forschung sowie Akteurinnen und Akteure des Gesundheitswesens und bietet unabhängige Beratung und Unterstützung an.
Die AOK Niedersachsen ist die größte gesetzliche Krankenkasse des Landes Niedersachsen und versichert mehr als drei Millionen Menschen. Mit einem flächendeckenden Netz von Geschäftsstellen und vielfältigen digitalen Angeboten unterstützt sie ihre Versicherten in allen Fragen rund um Gesundheit, Prävention, Pflege und medizinische Versorgung. Als wichtiger Akteur im Gesundheitswesen engagiert sich die AOK Niedersachsen zudem in zahlreichen Projekten zur Gesundheitsförderung und Gesundheitskompetenz.
Die GesundheitsAkademie e. V. ist ein gemeinnütziger Verein, der sich seit vielen Jahren für Gesundheitsförderung, Patientenorientierung und gesundheitliche Chancengleichheit einsetzt. Die Organisation vernetzt engagierte Personen, Initiativen und Einrichtungen aus dem Gesundheitsbereich und fördert den Austausch zwischen Wissenschaft, Praxis, Selbsthilfe und Zivilgesellschaft. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Stärkung von Gesundheitskompetenz, unabhängiger Patienteninformation und Patientenbeteiligung.
Die Patientenuniversität der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) ist ein bundesweit einzigartiges Bildungsangebot zur Förderung der Gesundheitskompetenz. Sie richtet sich an Patientinnen und Patienten, Angehörige sowie alle interessierten Bürgerinnen und Bürger und vermittelt wissenschaftlich fundierte, unabhängige und verständlich aufbereitete Gesundheitsinformationen. Durch Vorträge, Kurse, digitale Lernangebote und weitere Bildungsformate schafft die Patientenuniversität eine Brücke zwischen medizinischem Fachwissen und der Öffentlichkeit.
Liebe Interessierte,
für ein Forschungsprojekt zur elektronischen Patientenakte (ePA) suchen wir interessierte Teilnehmende, die ihre Erfahrungen und Meinungen einbringen möchten. Dafür führen wir Interviews mit Versicherten durch – unabhängig davon, ob Sie die ePA bereits nutzen oder nicht.
Alle Details zur Teilnahme haben wir für Sie in der beigefügten Studieninformation zusammengefasst.
Wer kann teilnehmen?
Teilnehmen kann, wer:
- mindestens 18 Jahre alt ist
- in Deutschland lebt
- über ausreichende Deutschkenntnisse verfügt
- in der Lage ist an zwei Interviews und mindestens einem persönlichen Treffen, im Rahmen eines Workshoptreffens, aktiv teilzunehmen
- gesetzlich krankenversichert ist
Was erwartet die Teilnehmenden?
- Zwei Telefoninterviews (je ca. 45 Minuten) in den Jahren 2026 (Zeitraum: August bis Oktober) und 2028 (Zeitraum: Mai bis Juli)
- Teilnahme an einem persönlichen Treffen (2027 und 2028, je ca. 2 Stunden) in Hannover oder München
Für die Teilnahme gibt es eine Aufwandsentschädigung:
- 50 € pro Interview und 50 € für ein persönliches Treffen
- zusätzlicher Bonus von 75 € bei Teilnahme an beiden Interviews und einem persönlichen Treffen
- Erstattung anfallender Reisekosten
Interesse?
Dann melden Sie sich gerne bei unserer Interviewkoordination Franciska Hermanns:
Persönliche Sprechzeiten: Montag bis Donnerstag von 8:00 bis 13:00 Uhr
Telefon: 0511-532 5421 - Mobil: 0176-1532 5421
E-Mail: PERSPECTS@mh-hannover.de
Das Abstract „Nutzerperspektiven zur Einführung der elektronischen Patientenakte: Studienprotokoll einer Mixed-Methods Studie (PERSPECTS)“ ist bei dem DKVF als Vortrag angenommen worden. Der 25. Deutsche Kongress für Versorgungsforschung findet vom 23. bis 25. September 2026 auf dem Campus des Universitätsklinikums Köln unter dem Motto "Menschen. Beziehungen. Organisationen. 25 Jahre gemeinsame Versorgungsforschung" statt.
Der Vortrag findet am 23. September 2026 von 10:30 bis 11:30 Uhr statt.
Das Abstract „Nutzerperspektiven zur Einführung der elektronischen Patientenakte: Studienprotokoll einer Mixed-Methods Studie (PERSPECTS)“ ist bei der DGSMP als Poster angenommen worden. Die 61. DGSMP-Jahrestagung findet statt vom 29.09. bis 02.10.2026 in der Georg-August-Universität Göttingen statt. Erstmals gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS) sowie dem Netzwerk Evidenzbasierte Medizin (EbM-Netzwerk). Das Motto lautet: „Gesundheit gestalten – Gemeinsam gesellschaftlichen Herausforderungen begegnen“.
Die Präsentation findet am 1. Oktober 2026 von 17:00 bis 18:30 Uhr statt.