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Zwei Freundinnen aus Braunschweig kennen sich seit fast 30 Jahren. Neben der langjährigen Freundschaft verbindet die Frauen noch etwas ganz Besonderes: Die eine hat der anderen eine Niere gespendet.
vollständiger Bericht in der HAZ+ (kostenpflichtig)
PD Dr. Philipp Felgendreff wird dabei für seine Habilitationsleistung mit dem "Theodor Billroth Preis" ausgezeichnet. Dr. Cornelius van Beekum wird der Filmpreis 2026 für seinen Beitrag zum "Hannover CLIP-Concept" verliehen.
An der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) kam erstmals die Maschinenperfusion für Spendernieren zum Einsatz. Zwei Menschen konnten dank dieser Technologie eine neue Niere erhalten. Einer der beiden Patientinnen und Patienten erhielt zusätzlich im Rahmen eines kombinierten Eingriffs eine neue Leber. „Beiden Patienten geht es gut, die transplantierten Nieren produzieren Urin – ein klares Zeichen für den Erfolg der Transplantationen“, sagt Dr. Nicolas Richter, verantwortlicher Bereichsleiter in der MHH-Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie.
DSO führt kalte Maschinenperfusion für Spendernieren ein
Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) führte am 19. Januar 2026 bundesweit die Maschinenperfusion bei Nieren von Spenderinnen und Spendern mit erweiterten Spenderkriterien ein, zu den vor allem Spenderorgane von älteren Menschen gehören. Das Verfahren dient dem schonenden Transport von Spendernieren vom Entnahmeort in das jeweilige Transplantationszentrum, sodass mehr Organe genutzt und erfolgreich transplantiert werden können. Denn: In Deutschland entfällt fast die Hälfte aller Organtransplantationen auf die Niere. Gleichzeitig warten mehr als 6.200 Menschen auf eine Spenderniere.
Konservierung entscheidet über den Transplantationserfolg
Im Unterschied zur Kaltlagerung auf Eis wird das Organ bei der Maschinenperfusion kontinuierlich mit einer Konservierungslösung durchspült und unter kontrollierten Bedingungen versorgt. „Die Organe erreichen so unser Zentrum in sehr gutem Zustand“, sagt Privatdozent Dr. Philipp Felgendreff, Oberarzt in der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie der MHH. „Bei komplexen Eingriffen wie der kombinierten Leber-Nieren-Transplantation oder bei Organen mit erweiterten Spenderkriterien gewinnen wir durch diese neuartige Konservierung wertvolle Zeit und erhalten die Funktion der Organe besser. Davon profitieren vor allem die Patientinnen und Patienten.“
Personal wurde geschult
Im Vorfeld wurde das medizinische und pflegerische Personal intensiv im Umgang mit der Maschine geschult, zudem mussten interne Abläufe angepasst werden. „Das Gerät wiegt 23 Kilogramm und muss innerhalb der Klinik zuverlässig transportiert und im Operationssaal sicher gehandhabt werden“, erläutert Dr. Ulrike Bode, Geschäftsführerin des Transplantationszentrums. „Dies gelingt nur dank der engen und erfolgreichen Zusammenarbeit aller beteiligten Abteilungen – vom Eurotransplant-Verbindungsbüro über den MHH-Transportdienst bis hin zum OP-Pflegepersonal.“
Bessere Versorgung der Patientinnen und Patienten
„Die erfolgreiche Transplantation maschinenperfundierter Nieren – sowohl als alleinige Transplantation als auch in Kombination mit einer Lebertransplantation – stellt einen wichtigen klinischen Meilenstein in der Transplantationsmedizin dar“, betont Prof. Dr. Moriz Schmelzle, Direktor der MHH-Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie und Leiter des MHH-Transplantationszentrums der MHH. „Darüber hinaus verbessern wir die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit endgültigem Nierenversagen deutlich.“ Stellvertretend für die Mitarbeitenden und im Namen der Patientinnen und Patienten dankt er den Organspenderinnen und -spendern und ihren Angehörigen.
Text: Camilla Mosel
Ein als inoperabel eingestufter Tumor, eine jahrzehntealte Idee, modernste Technik – und ein Team, das die Möglichkeiten der Krebstherapie voll ausschöpft: An der MHH ist es gelungen, einer Patientin mit Gallengangkarzinom eine neue Chance auf Leben zu geben.
Der Eingriff, der das Leben der Patientin veränderte, basiert auf einer Idee des renommierten Transplantationsmediziners Prof. Dr. Rudolf Pichlmayr – aufgegriffen von einem interdisziplinären Team um Professor Schmelzle und mit den Möglichkeiten, die die moderne Medizin heute bietet, kombiniert zu einer neuen Operationstechnik. Am 1. April 2025 fand die weltweit erste OP mit der neuen OP-Technik statt. Innerhalb von viereinhalb Stunden konnte der bösartige von den Gallengängen ausgehende Tumor entfernt werden, obwohl er alle drei Lebervenen betroffen hatte.
Text: Inka Burow und Camilla Mosel
Chemotherapeutika werden über ein Portsystem im Bauchraum verabreicht. Die MHH etabliert die Methode als eine der ersten Kliniken in Deutschland. Unsere Klinik zusammen mit der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie, Infektiologie und Endokrinologie, bietet jetzt eine neue Behandlungsmethode an. Sie heißt NIPS (neoadjuvante intraperitoneale Systemtherapie). Dabei wird eine herkömmliche Chemotherapie über die Vene mit einer gezielten Chemotherapie im Bauchraum kombiniert. Das Ziel: Der Ausgangstumor und die Metastasen sollen sich verkleinern, um sie anschließend per Operation entfernen zu können. Die neue Therapie ist für bestimmte palliative Patientinnen und Patienten mit Magenkrebs und Metastasen im Bauchfell gedacht. Für sie besteht die Hoffnung auf eine deutlich längere Überlebenszeit.
Kurt-Alten-Stiftung unterstützt klinische Wissenschaftlerin der MHH dabei, innovative medizinisch-technologische Ansätze zur Verbesserung von Lebertransplantationen in die klinische Praxis zu überführen.
Die Kurt-Alten-Stiftung setzt ein starkes Zeichen für die Förderung herausragender wissenschaftlicher Karrieren und unterstützt mit Dr. Helena Linge eine engagierte Clinician Scientist an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Die klinische Wissenschaftlerin erforscht innovative Wege zur Verbesserung von Lebertransplantationen und verbindet dabei medizinisches Fachwissen mit modernster Technologie. Ihr Forschungsgebiet – die AAV-Vektor-Transduktion im Rahmen der extrakorporalen Leberperfusion – zielt darauf ab, Spenderlebern vor der Transplantation gezielt zu optimieren. Dies könnte die Organakzeptanz verbessern und so einen wichtigen Beitrag zur Lösung des Mangels an Spenderorganen leisten.
Die Patientenreise bei Nieren- und Lebertransplantationen beginnt meist unauffällig: mit Müdigkeit, Wassereinlagerungen oder Verdauungsbeschwerden. Es folgen Diagnose, oft eine lange konservative Therapie – und wenn diese versagt, bleibt als letzter Schritt die Transplantation. Die Aufnahme auf die Warteliste geht einher mit engmaschigen Kontrollen, Aufklärungsgesprächen und der psychischen Vorbereitung auf den Eingriff. Nach der OP bestimmen Nachsorge, Immunsuppression und psychosoziale Betreuung den weiteren Verlauf.
Studie an der MHH untersucht Informationsbedarf
Wie gut sind Patient:innen vor einer Transplantation der Bauchorgane auf diese Reise vorbereitet? Ein interdisziplinäres Team aus Medizin, Kommunikationswissenschaft und Psychologie hat das an der MHH untersucht. In einer Studie befragten Teresa Linge, Doktorandin an der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie (VCH), und Kolleg:innen 131 Patient:innen der interdisziplinären Transplantationsambulanz zu ihrem Informationsstand und -bedarf vor einer Organtransplantation. „Unser Ziel war es, den Informationsbedarf von Patient:innen vor einer Transplantation zu ermitteln sowie Informationslücken und Verbesserungsmöglichkeiten zu identifizieren“, erklärt Teresa Linge, die heute Assistenzärztin in Berlin ist.
Informationen fördern Transplantationsprozess
Die Studie zeigte, dass die meistgenutzten Quellen für betroffene Patienten Gespräche mit Ärzt:innen und medizinischem Fachpersonal, deren Informationsmaterialien sind– sowie das Internet. „Wir wissen aus internationalen Studien, dass verlässliche, strukturierte Informationen und eine offene, patientenzentrierte Kommunikation das Vertrauen der Patient:innen in die Behandlung fördert und ihre aktive Teilhabe unterstützt“, sagt Lisa Felgendreff, M.Sc., vom Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung (IJK) in Hannover an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover, seit Januar 2025 Gastwissenschaftlerin an der MHH.
Leber- und Nierenpatient:innen: Unterschiedliche Voraussetzungen
Aktuelle Angebote sind oft allgemein gehalten – und nicht auf die spezifischen Anforderungen bei Leber- oder Nierentransplantation abgestimmt. Dabei unterscheiden sich die Bedürfnisse deutlich: Nierentransplantierte sind meist durch Dialyse eng angebunden und gut informiert. Leberpatient:innen hingegen sehen oft nur alle sechs Monate ihre Hausärzt:innen. „Gerade dort sehen wir besonderen Handlungsbedarf“, so Teresa Linge, die für ihr Abstrakt zu der Studie auf dem Fachkongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie 2025 ausgezeichnet wurde.
Ärztliche Kommunikation bleibt zentral
„Die Kommunikation mit den Ärzt:innen wird als zuverlässig und vertrauensvoll wahrgenommen“, betont PD Dr. Philipp Felgendreff, Transplantationschirurg in der VCH. Doch: „Viele Patient:innen, die immer mehr Fragen haben, treffen auf immer weniger Ärzt:innen.“ Umso wichtiger sei es, Informationslücken zu schließen – nicht nur, um Mythen vorzubeugen, sondern auch, um das Outcome der Transplantation zu verbessern.
Fragen zu Wartezeiten, OP-Ablauf, Risiken und Nachsorge gehören laut Studie, an der auch Prof. Dr. Elena Link, Expertin für Wissenschaftskommunikation an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz beteiligt war, zu den häufigsten. Relevante Informationen helfen Patient:innen, besser vorbereitet zu sein, ihre Erwartungen zu steuern – und ein Stück Kontrolle über den komplexen Prozess zurückzugewinnen.
„Dieser Bereich ist in Deutschland noch wenig erforscht. Wissenschaftliche Literatur gibt es bisher fast nur aus den anderen Ländern“, sagt Lisa Felgendreff, deren Forschungsschwerpunkt auf evidenzbasierten Gesundheitsinformationen liegt. Ihr Ziel: Kommunikation, die informiert, statt zu überfordern – und Patient:innen auf Augenhöhe begegnet.
Einer der Da VInci OP-Roboter ist an allen Werktagen im Dauereinsatz. Damit sind wir voll ausgelastet. Die HAZ hat darüber berichtet. Der Artikel ist kostenpflichtig.
Am 06. September 2024 um 15:00 Uhr s.t.fand die Antrittsvorlesung von
Prof. Dr. med. Moritz Schmelzle
in Hörsaal A, Vorklinisches Lehrgebäude (J2) statt.
Titel der Antrittsvorlesung:
„Inkrementelle und disruptive Innovationen in der Chirurgie -
von kleinen Schritten und großen Sprüngen".
Dr. Philipp Felgendreff wurde in die Exzellenz-Akademie der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGAV) aufgenommen. Die Zeitung Management & Krankenhaus hat ihm einen ganzen Artikel gewidmet.
Wir gratulieren!
Die Bundesregierung will das Spenden von Nieren erleichtern. Es soll bald auch für Menschen möglich sein, die sich nicht persönlich nahestehen, wie dies bisher vorgeschrieben ist. Was sagen Experten dazu? PD Dr. Markus Quante hat sich dazu geäußert.
Regierung will Nierenspende vereinfachen – Was sagen Mediziner? | WEB.DE
Mutmach-Geschichten von Transplantierten