Hintergrund und Ziele
Das Team in der Arbeitsgruppe Molekulare Neurowissenschaften unter der Leitung von Prof. Claus befasst sich mit den neurobiologischen Grundlagen von Erkrankungen des Nervensystems. Dazu gehören neurologische und psychiatrische Erkrankungen.
Die wissenschaftlichen Schwerpunkte liegen dabei auf zwei Themen:
Das Gehirn im Verlauf des Lebens: Entwicklungsstörungen des Nervensystems und altersbedingte Veränderungen
Monogene Erkrankungen sind oft gute Modelle für komplexere Erkrankungen. Ausgehend von diesem Ansatz untersuchen wir Veränderungen des Nervensystems bei Spinaler Muskelatrophie (SMA) und NEDAMSS (Neurodevelopmental Disorder with regression, Abnormal Movements, loss of Speech, and Seizures). Dies sind zwei Erkrankungen, die in ihrer schwersten Ausprägung insbesondere Kinder betreffen. Wir beschäftigen uns insbesondere mit den neurobiologischen und molekularen Ursachen dieser Erkrankungen und verknüpfen dabei mit modernen Methoden verschiedene systemische Ebenen: Die vom jeweiligen fehlenden oder mutierten Gen kodierten Proteinen bilden in Zellen ein Interaktionsnetzwerk mit anderen Molekülen. Diese Netzwerke können wir messen und bioinformatisch analysieren. Dies bildet die Grundlage für ein kausal-mechanistisches Verständnis von verschiedenen Symptomen, z.B. Veränderungen des Stoffwechsels. Diese Arbeiten werden immer mit Blick auf die Bedürfnisse von Patient:innen ausgerichtet mit einem klaren translationalen Blick. Dies gilt auch für unsere Arbeiten am Prader-Willi-Syndrom. Hier verwenden wir experimentelle Konzepte, die wir bei monogenen Erkrankungen entwickelt haben.
Für die Analyse von molekularen Veränderungen stehen uns verschiedene Zellkultur-Modelle zur Verfügung, die auf Stammzellen oder auf primären Zellen basieren. Der Entwicklung des Nervensystems steht auch sein Altern gegenüber: Hier verwenden wir eine innovative Methode, um Stress-bedingte, veränderte Alterungsprozesse zu verstehen.
Multidimensionale Mechanismen psychiatrischer Erkrankungen
In diesem Schwerpunkt untersuchen wir die Interaktion der Körperperipherie (z.B. Lunge, Herz, Knochen/Knorpel, Muskel, Niere, aber auch der Stoffwechsel) mit dem Nervensystem. Uns interessieren dabei besonders molekulare Veränderungen, die darüber entscheiden, welche Gene in welcher Weise abgelesen werden (Epigenetik, Epitranskriptom). Wir verknüpfen diese Daten multidimensional mit Proteomics, Phospho-Proteomics, Metabolomics sowie klinischen Daten und berücksichtigen auch die sozialen Lebensumstände. Dieses Konzept einer neurobiologischen Sozialpsychiatrie wird bei verschiedenen Erkrankungen verfolgt. Dazu zählen Depression, Schizophrenie, Abhängigkeitserkrankungen (Alkohol), SARS-Cov2-Infektion und long-Covid, aber auch Polytraumen.
Wissenschaftliche Kollaborationen
Wir verfügen über ein großes Netzwerk wissenschaftlicher Kooperationen am Standort Hannover (MHH, Zentrum für Systemische Neurowissenschaften), aber auch national und international. Prof. Claus war Koordinator des von der EU-geförderten Netzwerks SMABEYOND (2021-2024) und erhält Drittmittel von großen Förderorganisationen (u.a. DFG, Volkswagenstiftung, MWK Niedersachsen) sowie auch wirtschaftliche Forschungsförderung.
Forschungsgruppenmitglieder
Leitung der Forschungsgruppe
Prof. Dr. rer. nat. Peter Claus
Telefon: +49 511 532 - 88960 und - 7275
Fax: +49 511 532 7276
Telefon: +49 511 532 7275
Telefax: +49 511 532 7276
buchholz.vanessa@mh-hannover.de
Forschungsschwerpunkte: Epigenetische Analysen mittels Sanger
Publikationen: Pubmed
Telefon: +49 511 532 7275
Telefax: +49 511 532 7276
burkert.alexandra@mh-hannover.de
Forschungsschwerpunkte:
- Methylierungsspezifische Sonden-basierte qPCR
- Epigenetische Analysen mittels Sanger-/Nanopore-Sequenzierung
Publikationen: Pubmed
Telefon: +49 511 532 3167
Telefax: +49 511 532 3168
eberlein.christian@mh-hannover.de
Forschungsschwerpunkte:
- Erforschung neurobiologischer Grundlagen der Entstehung psychischer Erkrankung bei Menschen mit dem Prader-Willi-Syndrom.
- Versorgungsforschung, klinische Forschung (Art, Häufigkeit und Symptome psychischer Erkrankung) sowie Erforschung neuer medikamentöser Therapieoptionen bei psychischen Erkrankungen bei Menschen mit dem Prader-Willi-Syndrom.
- Versorgungsforschung, klinische Forschung zu psychischen Erkrankungen bei seltenen syndromalen Erkrankungen (Art, Häufigkeit, Symptome) und Erforschung von medikamentösen und nicht-medikamentösen Therapieoptionen
Publikationen: Pubmed
Telefon: +49 511 532 7275
Telefax: +49 511 532 7276
Forschungsschwerpunkte:
Erkrankungen:
- Schizophrenie (Biomarker Liquor)
- Sexuelle Deviationen/Paraphilien
- Depression
Methoden:
- Epigenetische Analysen mittels Sanger-/NGS-/Nanopore-Sequenzierung
- Neuronale in-vitro Modelle zur Visualisierung der Synapsenbildung
- Patch Clamp, Calcium Imaging
Publikationen: Pubmed
Telefon: +49 511 532 7275
Telefax: +49 511 532 7276
Forschungsschwerpunkte:
- Epigenetische Regulation von BDNF IV bei antidepressiver Behandlung
- Etablierung eines Gen-Panels bzgl. des Therapieansprechens auf eine antidepressive Behandlung
- Wirkung von Antidepressiva auf die BDNF-Sekretion durch Neuronen und die Wiederaufnahme durch Astrozyten
- Untersuchung der Chromatinzusammensetzung des GDNF-Promotors um dessen Rolle beim Therapieansprechen der Depression zu untersuchen
Publikationen: Pubmed/Pathak_Hansi & PMID21734725 & PIMD28887651
Co-Leiter der Forschungsgruppe "Alkohol-, Nikotin- und Medikamentenabhängigkeit"
Telefon: +49 511 532 7245
Telefax: +49 511 532 7276
Exzellenz auf einem Blick:
- Proteinbiochemie
- Epigenetische Analyseverfahren
- Erforschung der Alkoholabhängigkeit und anderer stofflichen Drogen
- Regulation von Genen in Blut und Gehirn
Publikationen: Pubmed