Aus der MHH

Persönliche Anlaufstelle bei Konflikten in der Wissenschaft

Professorin Dr. Karin Weißenborn ist neue Ombudsperson an der MHH und folgt auf Professor Dr. Thomas Werfel.

Porträtaufnahme von Professorin Dr. Karin Weißenborn.

Anlaufstelle für Konflikte unter Forschenden: Ombudsperson Professorin Dr. Karin Weißenborn. Copyright: Karin Kaiser/MHH

Professorin Dr. Karin Weißenborn ist neue Ombudsperson an der MHH. Im Oktober 2025 hat die Oberärztin an der Klinik für Neurologie mit Klinischer Neurophysiologie das Amt von ihrem Vorgänger Professor Dr. Thomas Werfel übernommen, Direktor der Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie. Er hatte die Position zwölf Jahre inne und nimmt nunmehr die Aufgabe des Stellvertreters wahr. „Ich finde es wunderbar, auf seine jahrelange Erfahrung zurückgreifen zu können“, sagt Professorin Weißenborn. Unterstützung erhält sie auch von der Geschäftsstelle für Ombudswesen der MHH. Diese übernimmt als Kontaktbüro Terminvereinbarungen und stellt gemeinsam mit der Ombudsperson im Rahmen einer Vorprüfung fest, ob eine Anzeige wegen wissenschaftlichen Fehlverhaltens tatsächlich plausibel ist. Diese Beratung und Hilfe weiß die Neurologin sehr zu schätzen

Neutrale und sachliche Ansprechpartnerin

Das Ombudsamt ist Basis für die Sicherung des redlichen wissenschaftlichen Arbeitens. Es fördert die faire Lösung von Interessenkonflikten und soll unlautere Arbeit in der Forschung aufklären oder bestenfalls verhindern. Denn nicht alle halten sich an die bestehenden Regeln der guten wissenschaftlichen Praxis (GWP). Immer wieder gibt es Konflikte aufgrund von hierarchischen Strukturen, Konkurrenz oder Machtmissbrauch – so werden Daten gefälscht oder gelöscht, Autorenschaften in wissenschaftlichen Publikationen vorenthalten oder Ideen gestohlen. „Da ist es hilfreich, eine Institution zu haben, die Betroffenen den Rücken stärkt und ihnen eine neutrale und sachliche Ansprechpartnerin zur Seite stellt“, sagt die Ombudsfrau.

Sich für die Hochschule und den wissenschaftlichen Nachwuchs einzusetzen, liegt Professorin Weißenborn am Herzen. Und sie tut es seit Jahren. So war sie viele Jahre im MHH-Senat tätigt, hat das Promotionskolleg der klinischen strukturierten Doktorandenausbildung KlinStrucMed mit aus der Taufe gehoben und engagiert sich im Karriereförderprogramm PRACTIS. Doch vor allem gehört ihr Herz der Forschung, für die sie mehr Zeit hat, seit sie nicht mehr in der Klinik arbeitet. Ihre Schwerpunktthemen sind Schlaganfall und metabolische Enzephalopathien, also akute oder chronische Funktionsstörungen des Gehirns, die durch Stoffwechselstörungen oder Organversagen verursacht werden können. Darüber hinaus widmet sie sich jetzt vor allem ihren Post-COVID-Projekten.“ Und weil ihr Aufgabenbereich kleiner geworden ist, seitdem sie aus der Krankenversorgung ausgeschieden ist, hat sie nun eben auch noch ein offenes Ohr für die Sorgen, Nöte und Probleme der Forschenden an der MHH. Eine Botschaft ist ihr besonders wichtig: „Ich gebe mir als Ombudsperson alle Mühe, Konflikte neutral, sachlich und lösungsorientiert zu klären, und hoffe dabei auf die Unterstützung seitens der jeweiligen Konfliktparteien.

Kasten Ombudswesen an der MHH:

Die Ombudsperson der MHH vermittelt bei wissenschaftlichen Konflikten und nimmt bei Verdacht auf wissenschaftliches Fehlverhalten Anzeigen entgegen. Führt dies zu keiner Lösung, empfiehlt sie der Präsidentin, die „Kommission für gute wissenschaftliche Praxis“ mit der weiteren Bearbeitung des Falls zu beauftragen. Sie besteht aus vier von den Sektionen gewählten Mitgliedern sowie einem Rechtsexperten. Kontaktaufnahme und Terminvereinbarung erfolgt über die Geschäftsstelle Ombudswesen. Bei vermuteter Befangenheit der Ombudsperson kann sich ein Hinweisgeber auch an die Stellvertretende Ombudsperson (Professor Dr. Thomas Werfel) oder an das überregionale Ombudsgremium für Wissenschaftliche Integrität in Deutschland (OWID) wenden. 

Text: Kirsten Pötzke